Die ersten Schritte

Nachdem ich mich entschlossen hatte, mit dem Basteln zu beginnen, war ich wie im Kaufrausch und habe überall geshoppt, wo es Bastel-Utensilien gab. Dies war der erste Fehler ;).

  1. Weniger ist oftmals mehr

Es gibt bei Karten (und grundsätzlich beim Basteln) verschiedene Techniken, die man einzeln anwenden, aber auch verbinden kann (Stempeln, Streuteile, Servietten, Embossen, Papier „pur“ etc.). Aus eigener Erfahrung kann ich nur den Tipp geben: Erst einmal mit einer oder zwei Techniken beginnen, diese werden sich als komplex genug herausstellen. Außerdem kann man dann seine Käufe deutlich einschränken und man muss sich nicht zu viele Utensilien gönnen. Rückblickend hätte es mir besser getan, wenn ich einfach ein wenig mehr auf Märkten oder im Internet geguckt hätte, um „meine“ Richtung zu entdecken. Mir persönlich liegen reine Papier-Karten. Ich finde auch andere Karten sehr schön, doch fühle ich mich derzeit mit reinem Papier am wohlsten. Aber ich bin mir sicher, dass ich mit der Zeit noch mehr entdecken werde.

 

  1. Teuer oder billig?!

Natürlich wollte ich am liebsten lauter Schnäppchen machen, dies hat manchmal geklappt, manchmal ging es auch gehörig nach hinten los. So hat Qualität oftmals einfach ihren Preis. Lieber auf ein Zubehörteil verzichten und sich dieses später gönnen – es rennt nicht weg und selbst mit wenigen Materialien kann man schon einiges zaubern. Wo man auf keinen Fall sparen sollte, sind meiner Meinung nach Stanzen, Stempelfarbe und Papier. Grundsätzlich kann man auch gute Stanzen mit zu starkem Papier zerstören (*hust*), aber bei gut verarbeiteten Stanzen geht es oftmals schwieriger als bei Billigware. Auch kann man nicht jedes Papier für alle Zwecke verwenden, an dieser Stelle habe ich so manchen Papiermüll fabriziert… Darauf werde ich noch später eingehen, wenn ich die einzelnen Papiersorten vorstelle. Wenn man möchte, kann man einiges für das Basteln ausgeben – man muss es aber nicht. Auch bei Klebstoff sollte man stark auf die Qualität achten. So gibt es beispielsweise beim doppelseitigem Klebeband günstige und teure Varianten – beide kann man gut einsetzen, nur muss man eben wissen, wo. Wenn Papier auf Spannung steht, muss das doppelseitige Klebeband sehr gut halten, ansonsten seid ihr andauernd am Festdrücken. Wenn man schlicht nur verschiedene Lagen Papier aufeinander kleben möchte (Stichwort dreilagige Karte), dann reicht auch das günstige Klebeband.

  1. Wie fange ich denn nun an?

Nachdem ihr vielleicht manche Blogs gelesen und Shops durchstöbert habt, habt ihr euch wahrscheinlich bereits ein paar Lieblingsstücke auserkoren. Ich habe es damals komplizierter angestellt: Unmengen an Bastelbüchern gekauft, festgestellt, dass manche Richtungen mir (noch) nicht liegen, und mit „meiner“ Technik schließlich weitergemacht. Die Runde über die zahlreichen Bastelbücher hätte man sich sparen können, aber gut, vielleicht war das in meinem Fall vielleicht einfach notwendig.

 

Anlässe

Wenn ihr euch nun für den Bereich  „Karten“ entschieden habt, solltet ihr euch überlegen, zu welchen Anlässen ihr Karten braucht. Wollt ihr Einladungen für euren Geburtstag oder eure Hochzeit basteln? Oder lieber Glückwunschkarten zu verschiedenen Anlässen? Je konkreter ihr seid, desto besser, da ihr so erheblich eure Käufe steuern könnt. Wenn ihr zunächst einmal Einladungen erstellen wollt, braucht ihr die Utensilien für Trauerkarten nicht – und umgekehrt. Aus eigener Erfahrung kann ich (leider) mitteilen, dass man doch immer irgendwie irgendetwas braucht, aber dem Gefühl muss man ja nicht sofort nachgeben… ;-)

 

Farben

Mit Farben ist das so eine Sache. Ganz ehrlich, man hat zwar so seine Lieblingsfarben, aber letztendlich ist es schwierig einzuschätzen, wie manche Farben zusammen wirken und ob die Lieblingsfarbe gerade zur Hochzeitseinladung passt.

pacific-blue-garden-green-hello-honey-night-of-nay-whisperwhite-crisp-cantaloupe-mossy-meadow

Ich habe wie besessen verschiedene Farben gekauft, ohne diese „in natura“  gesehen zu haben. Nun ja, das Ende vom Lied war, dass ich einen weiteren Schwung Farben kaufte, weil mir diese besser gefielen oder zu manchen Anlässen einfach besser passten. Daher mein Tipp: Geht in einen Bastelladen oder auf einen Markt, schaut euch die Farben an, haltet sie nebeneinander. Farben wirken anders, wenn man sie nur im Internet oder in Katalogen sieht. Das wusste ich vorher zwar auch, doch mir war nicht bewusst, wie anders sie wirken können. So habe ich nun meine „Lieblingsfarben“, die ich vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Eine weitere Alternative ist, wenn man einfach einen Workshop/Basteltreffen besucht. Gerade bei Workshops/Basteltreffen steht und fällt es mit den Teilnehmern, außerdem muss man der Typ dazu sein. Ich muss gestehen, dass ich vor meinem ersten Workshop-Besuch schon etwas Bedenken hatte, weil ich keine Lust auf ein stundenlanges Verkaufsgespräch hatte. Aber die Bedenken waren völlig umsonst, es wurde ein sehr lustiger Nachmittag, wo ich noch einiges lernen und entdecken konnte. Welche Farben nutze ich überwiegend:

Grautöne, Grüntöne, Rosatöne und Violett-Töne (wobei ich meine Farbpalette stetig erweitere).

Wie ihr euch denken könnt, habe ich noch viel mehr Farben zu Hause herumliegen, doch nutze ich diese bis dato deutlich seltener. Die Violett-Töne waren übrigens im zweiten Farb-Schwung enthalten. Nie hätte ich gedacht, dass mir Flieder und Beeren-Töne so gut gefallen… Diese habe ich aber erst durch Ausprobieren beim Basteln mit anderen Bastel-Fans für mich gefunden. Manchmal muss man auch einfach mutig sein und Farben spontan kombinieren. Es gibt keine festen Vorgaben und Geschmack ist ja glücklicherweise eine ganz persönliche Angelegenheit. Stampin Up! bietet einen sogenannten Color Coach. Das ist letztendlich wie beim Baumarkt eine Übersicht von Farben. Zusätzlich gibt dieser Coach auch Hinweise darauf, welche Farben gut miteinander harmonieren. Außerdem kann man gelegentlich nachprüfen, wenn man nicht weiß, welche Farbe man gerade in der Hand hält. Und nein, ich hätte mich vorher auch nicht damit beschäftigt und lernte erst mit der Zeit, dass „Jade“ und „Aquamarin“ unterschiedlich aussehen. ;) Derzeit ist der Color Coach im Angebot, da er aus dem Sortiment genommen wird.

Auf dem Bild seht ihr einmal eine Farbmischung aus den verschiedensten Richtungen, eher pastellig, knallig oder neutral. Beim Basteln ist mir aufgefallen, dass ich oftmals aus den verschiedenen Farbfamilien kombiniere. So suche ich mir nicht selten eine etwas knallige Farbe, wähle dazu aber etwas Neutraleres wie bei meiner Blütenserie. Dort habe ich als neutrale Farbe Schiefergrau oder Savanne verwendet, damit die knalligen Farben noch mehr herausstechen. Es gibt aber auch tolle Karten, die ausschließlich mit intensiven Farben kreiert worden sind. Auf dem Bild habe ich euch ein dunkles Grün (Waldmoss/Mossy Meadow), ein neutrales (manch einer sagt auch weihnachtliches ;)) Grün (Gartengrün/Garden Green), sattes Gelb (Honiggelb/Hello Honey), ein warmes Rosa (Altrosé/Crisp Cantaloupe), klassisch Weiß (Flüsterweiß/Whisperwhite) und zwei Blaussorten geknipst (Pazifikblau/Pacific Point sowie Marineblau/Night of Navy). Dies ist nur eine kleine Auswahl von Farben, die man unterschiedlich einsetzen und kombinieren kann. Die eine oder andere Farbe werdet ihr bereits von meinen Karten kennen, doch ich probiere auch immer noch die Farben für mich aus und schaue, was passt und was mir gefällt. An dieser Stelle habe ich euch einmal ein paar Karten von mir verlinkt, die zu den verschiedenen Farbfamilien gehören:

Erdtöne verbunden mit knalligen Farben

Reine Erdtöne

Naturtöne mit Pastellfarben

Jede Karte hat so ihren eigenen Charme und kann zu verschiedenen Angelegenheiten verschenkt werden.

Papier

Es gibt verschiedene Papiersorten, jedoch braucht man meiner Meinung nach erst einmal nur Basis-Papier:

  • Tonpapier für die Karte an sich. Das Papier sollte etwas stabiler sein. Hier arbeite ich mit dem klassischen Tonpapier von Stampin‘ Up!, welches 218g/m² hat.
  • Dasselbe Papier nutze ich auch für Verzierungen und/oder für die zweite/dritte Lage. Man kann auch noch dünneres Papier für die Verzierungen verwenden. Zu starkes Papier lässt sich schlecht oder gar nicht stanzen bzw. braucht man dann eine Stanz- oder Prägemaschine.
  • ggfs. dünneres Papier als Einlegepapier
  • Motivpapier ist ein Nice-to-Have, welches ich tatsächlich mehr und mehr nutze

Ich persönlich stimme mein Papier mit den Stempelfarben ab, dies erleichtert mir die Arbeit deutlich. Außerdem sollte man auf die Oberfläche des Papiers achten. Es gibt Papier mit einer relativ rauen oder glatten Oberfläche. Je nach Oberfläche kann sich dies auf das Stempeln auswirken. So habe ich mit sehr glattem, weißem Papier gearbeitet – hier muss man aufpassen, dass die Farbe ausreichend lange trocknet. Ferner musste ich feststellen, dass leicht fettige Finger die Farbe auch verwischen lassen. Raueres Papier ist in diesem Fall unempfindlicher. Allerdings darf das Papier nicht zu rau sein, denn dann deckt der Stempel nur noch schlecht, jedoch kann man damit auch Effekte bewusst erzielen. Wenn jedoch die Stempelfarbe zu wenig Pigmente enthält, ist das Papier fast schon egal, weil es schwierig ist, ein deckendes Ergebnis zu erzielen.

 

Zubehör

Zubehör ist wohl das schwierigste Kapitel beim Basteln, denn es gibt gefühlt unendlich viel „Kram“, den man sich kaufen kann. Am Ende hat man seine Wohnung voll gestellt und nutzt nur die Hälfte, daher auch hier gut planen, was ihr braucht.

Wenn ich einmal Revue passieren lasse, welches Zubehör ich am meisten benutze:

Papierschneider (nie wieder ohne!)

Anfangs dachte ich, dass ich darauf gut verzichten kann. Pustekuchen. Am Ende saß ich mit Lineal und Geodreieck auf dem Boden und habe meine rechten Winkel gezeichnet – natürlich dauerte es ewig, bis ich eine Karte mit drei Lagen erstellt hatte. Und wenn ich ganz viel Glück hatte, war eine Lage auch noch schief… Ich habe mir nun einen Papierschneider gegönnt und will nie wieder ohne diesen arbeiten. Das Zuschneiden „flutscht“ nur so, wenn ich das vorher gewusst hätte. Jetzt kann ich mich zum einen auf den Rest der Karte konzentrieren und zum anderen auch besser mit verschiedenen Formaten arbeiten.

Stempel für Einladung, Danke und besondere Anlässe

Gerne kann ich auch noch auf Stempel weiter eingehen, wenn ihr möchtet. Meine Erfahrung ist, dass die Karte mit den Stempeln oftmals steht und fällt. Wenn ich mit einer Karte „herumeiere“, dann häufig, weil mir ein Stempel fehlt oder die Größe nicht passt.

Stanzen für Formen, auf denen ich die Schriftzüge stempeln kann – ein schickes Etikett und eine passende Standardform wie Oval oder Kreis

Stanzen für Verzierungen wie Blümchen, Schmetterlinge – die kann man überall hin- und aufkleben

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Bänder (ggfs. passend zu den Farben)

Das war es auch schon. Die Sammlung kann man dann peu à peu ergänzen.

Es gibt noch Stanz- und Prägemaschinen, Glitter, Knöpfe – alles Mögliche. Doch das braucht man meines Erachtens anfangs nicht. Allerdings macht es einfach so viel Spaß, dass ich mit der Zeit schlichtweg meine Vorräte immer weiter aufstocke.  Ich probiere mehr aus und merke, dass ich dabei mehr Material einsetzen kann.

Dies war erst einmal eine kleine Einleitung zum Thema Basteln und ich hoffe, dass ich den einen oder anderen Tipp geben konnte. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch, ich helfe gerne. Euch wird aufgefallen sein, dass ich überwiegend allgemein Tipps gegeben habe. Wenn ihr explizite Fragen zu Stampin‘ Up! und deren Produkte habt, könnt ihr mich auch danach fragen, alles kein Problem.

2 Gedanken zu “Die ersten Schritte

  1. Rea 31. Mai 2015 / 16:03

    Ich muss mir auch angewöhnen nur noch für bestimmte Projekte einzukaufen und nicht mehr alles, was mir gefällt.

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    • stempelnstanzenstaunen 31. Mai 2015 / 16:20

      Ich bin auch so ein Spontan-Gefällt-mir-Shopper, dementsprechend platzt mein Regal. Das Ärgerliche ist, dass ich vieles von den Sachen gar nicht nutze. Deshalb habe ich nun angefangen, gezielter einzukaufen und das klappt gut (ok, völlig lassen sich Spontankäufe dann doch nicht vermeiden, aber sie haben sich deutlich reduziert ;) )

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