Literatur: Nicht schon wieder tot! – Eine etwas andere Krimi-Anthologie

Krimi-diogenes-duerremattHeute stelle ich euch wieder ein kleines Buch vor. Ich muss gestehen, dass ich „früher“ ( das klingt irgendwie schon so alt) mit dem Diogenes-Verlag nicht so viel anfangen konnte, was sich inzwischen völlig geändert hat. Gut, der Lesegeschmack unterliegt bei mir auch Schwankungen, aber ich probiere mittlerweile auch gerne einmal Autoren aus und habe bis jetzt in dem Verlag doch viele schöne Bücher entdeckt. So auch dieses.

An Anthologien finde ich gut, dass ich zum einen verschiedene Autoren kennen lerne und zum anderen oftmals die Geschichten sehr unterschiedlich sind. So auch in diesem Fall. In der Sammlung findet ihr Kurzgeschichten von

  • Jakob Arjouni
  • Friedrich Dürrematt
  • Patricia Highsmith
  • Sławomir Mrożek
  • Arthur Conan Doyle
  • Ingrid Noll
  • Edgar Allan Poe
  • Ray Bradbury
  • Henry Slesar
  • Bernhard Schlink

Den einen oder anderen Autor kannte ich, aber so manch einen auch nicht bzw. nicht in dem Zusammenhang. Es trafen klassischer Kriminalroman (Arthur Conan Doyle) auf eher untypische Krimis bzw. auf Krimis, bei denen es gar nicht in erster Linie um den Fall geht, sondern um die Charaktere, die mit ihren Besonderheiten und Schrullen den Leser fesseln (ich denke da gerne auch an die Autorin Fred Vargas mit dem Kommissar Adamsberg). Die Krimis von Dürrematt und Doyle waren in meinen Augen für die Autoren typisch. Was mich bei Doyle immer ein wenig, wie soll ich sagen, stört, ist das hilflose Weibchen, welches ganz verzweifelt um Hilfe bittet und kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. In diesem Punkt ist Doyle sich auch wieder treu geblieben. Aber wohl dosiert und nicht zu häufig lese ich seine Geschichten gerne. Dürrematts Werk „Die Panne“ ist neben Ingrid Noll’s „Nasentropfen“ eine meiner Lieblingsgeschichten in dem Buch. Fängt das Zusamentreffen dreier alter Männer mit einem Handlungsreisenden ganz harmlos an, spitzt dieses sich doch immer weiter zu und endet mit der Verzweiflung des Angeklagten, seinen Status als Mörder zu verteidigen und in seinem Leben das erste Mal eine Erfüllung zu finden. Nach der Geschichte hatte ich einen Abend pausiert, weil ich darüber erst einmal nachdenken musste. Gewisse Ähnlichkeiten zu dem Werk „Der Richter und sein Henker“ sind jedoch durchaus vorhanden, aber keinesfalls störend.  Insgesamt ist jede Geschichte völlig unterschiedlich, dreht sich aber meistens um die Charaktere oder Beziehung der Hauptperson und weniger um den Mord (wie geschrieben, außer bei Doyle).

Wer also gerne untypische Krimis liest, auch mal gerne den Kopf schüttelt und auch mit kurzen Geschichten zufrieden ist, dem kann ich diese kleine Sammlung sehr empfehlen. In meinem Bücherregal steht noch eine weitere Anthologie aus dem Diogenes-Verlag, die ich im November vorhabe zu lesen, da es dort etwas weihnachtlicher zugeht und es mir dafür noch zu warm ist.

Noch kurz die Fakten:

Autor: diverse

Verlag: Diogenes

Seitenanzahl: 232

Preis: 9,90 €

2 Gedanken zu “Literatur: Nicht schon wieder tot! – Eine etwas andere Krimi-Anthologie

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