Literatur: The Yard – Ermitteln im Schatten Jack the Rippers

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Ich oute mich als Edgar Wallace-Fan. Früher habe ich oft bei einer Freundin übernachtet und dort haben wir abends die alten Filme in schwarz weiß angeschaut: Der Frosch mit der Maske, Das Gasthaus an der Themse, Die Toten Augen von London – ich fand sie alle toll. Inzwischen weiß ich auch, was mich an Filmen und Büchern packt, es sind die Atmosphäre und / oder die Charaktere. Bei Edgar Wallace war es die Atmosphäre, das neblige, graue, nasse und düstere London. Immer wollte ich mich umdrehen und schauen, ob nicht hinter mir jemand aus dem alles umgebenden Nebel seine Hand auf meine Schulter legt. Es fröstelte mich, denn der Nebel schien durch den Fernseher auf mich zu zu kriechen. Und diese Atmosphäre finde ich auch in den Büchern von Alex Grecian. Der erste Band ist nicht ganz so düster wieder zweite, aber im ersten Band „The Yard“ passen die Personen wunderbar in ihre Umgebung, sind authentisch und wecken die Neugier in mir, ihr Leben weiterzuverfolgen. Der zweite Teil „The Black Country“ besticht wiederum durch seine düstere Atmosphäre, die eigenwilligen Charaktere und die parallelen Handlungen. In diesem Beitrag soll es aber um den ersten Teil gehen.

Das Buch spielt in der Zeit nach Jack the Ripper, also 19.  Jahrhundert. Der Schatten Jack the Rippers liegt jedoch immer noch über London, treibt sein Unwesen und sät Zweifel in den Herzen der Londoner Bevölkerung. Die Angst vor ihm steckt in jedem und die Polizei kämpft darum, ihren Ruf und das verlorene Vertrauen wiederherzustellen. Hat sie doch in den Augen der Bevölkerung bei der Jagd nach dem brutalen Mörder kläglich versagt.

Der Leser steigt in das Buch ein, indem er über einen Koffer stolpert. Einen Koffer, gefüllt mit der verstümmelten Leiche eines Polizisten. Und auf einmal ist sie wieder da, die Angst, die Angst vor Jack the Ripper. Es wird eine Elite-Einheit gegründet mit dem Namen „The Yard“, eine Einheit, die es vorher noch nicht gegeben hat und sich auf derartige Fälle spezialisieren soll. Walter Day steht an ihrer Spitze und mit ihm als Unterstützung der Pathologe Dr. Kingsley. Dies ist ein weiterer spannender Aspekt in der Geschichte: Es wird erzählt, wie allmählich die Pathologie Einzug in den Ermittlungen erhält, an welchen Fronten sie zu kämpfen hat und welche wichtige Funktion sie bei den Nachforschungen mehr und mehr einnimmt.

Der zweite Handlungsstrang wird aus der Sicht des Täters erzählt und es beginnt ein spannendes Katz- und Mausspiel zwischen „The Yard“ und dem Mörder.

Was soll ich sagen, das Buch hatte ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und mir sofort den zweiten Teil bestellt. In diesem Buch treffen einfach so viele Details aufeinander, die ich an Krimis mag:

  • authentische, spannende Charaktere
  • Ermittlungsarbeit in den Anfängen der Polizei, also ohne Genetik, Computer und anderen technischen Errungenschaften
  • eine Atmosphäre, in der ich versinken kann (sehr gerne in der Vergangenheit und London steht da bei mir hoch im Kurs)
  • die Verbindung klassische Polizeiarbeit mit der Pathologie
  • eine Handlung, die ich unbedingt weiterverfolgen will

Oftmals mangelt es Krimis an dem einen oder anderen Punkt, aber nicht in diesem Fall. Ich lese auch gerne „moderne“ Krimis, doch diese Atmosphäre, die das frühe London schafft, sorgt bei mir für ein extra Kribbeln.

Noch kurz die Fakten:

Autor: Alex Grecian

Verlag: Penguin Books

Seitenanzahl: 583

Preis: 8,30 €

Ein Gedanke zu “Literatur: The Yard – Ermitteln im Schatten Jack the Rippers

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