Literatur: Der Darkover Zyklus – Willkommen auf dem Planeten mit den vier Monden

Seit über 16 Jahren (oder länger?) begleitet mich der Darkover Zyklus. Ich habe ihn bereits 2x gelesen und arbeite mich gerade das dritte Mal durch diese Serie. Ich weiß noch, meine Eltern waren alles andere als begeistert, dass ich mich mit dem Genre beschäftigte und so wurden meine Buchwünsche in diese Richtung das eine oder andere Mal damals geflissentlich geändert oder ignoriert – das hat sich inzwischen geändert ;) Erst dieses Weihnachten habe ich mir die gesamte Serie noch einmal in einem bestimmten Format gekauft – die Sammlung seht ihr auf dem Bild. Es gibt diverse Ausgaben, ich habe mich nun für die Kollektion des Weltbild Verlages entschieden.

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Der Darkover Zyklus fällt in die Kategorien Science Fiction / Fantasy. Die Anzahl der Bände ist ein bisschen schwierig zu benennen, da es Werke gibt, die direkt von Marion Zimmer Bradley geschrieben worden sind, manche von ihren Fans und andere wiederum von Co-Autorinnen. Das Paket, das ich mir jetzt gegönnt habe, besteht aus 35 Bänden. Der Weltbild Verlag hat zusätzlich Atlanten zu der Serie erstellt, diese stammen aber nicht von Marion Zimmer Bradley selbst.

Die Handlungen spielen in der Zukunft, in der die Menschen andere Planeten im All besiedeln. In allen Bänden geht es um das Leben auf dem Planeten Darkover oder um das spätere Zusammenleben der Einheimischen von Darkover und den Menschen von Terra (=Erde). Darkover wurde per Zufall entdeckt: Ein Raumschiff, eigentlich unterwegs zu einem anderen Planeten, stürzt ab und landet ungeplant auf Darkover. Es stellt sich heraus, dass das Raumschiff so schwer beschädigt ist, dass eine Rückkehr zur Erde nicht möglich ist – das Leben auf Darkover beginnt. Da Darkover ein Planet ist, der arm an Metallen ist, gibt es eine Art „Rückentwicklung“. Während die ersten Siedler noch hoch technisiert waren, entspricht das Leben der Nachfahren eher dem heutigen Mittelalter mit seinen feudalen Gesellschaftsstrukturen. Wie auch in dem Werk „Die Nebel von Avalon“ legt Marion Zimmer Bradley großen Wert auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft, auf Konflikte innerhalb der Gesellschaft und Rollenbildern generell. Und, wie so oft, versuchen manche Progatonisten aus der ihnen vorgegebenen Rolle auszubrechen. Was mich jedoch viel mehr an diesem Zyklus fasziniert, ist die Welt Darkovers. Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, die Charaktere zu begleiten, Neues zu entdecken.

Darkover ist ein sehr vielseitiger Planet. So gibt es die Trockenstädte, die an die arabischen Staaten angelehnt sind mit einem eher stark ausgeprägten Patriarchat. Diese geht so weit, dass die die Frauen Ketten durch die Handgelenke tragen. Deutlich gemäßigter geht es in den Hellers oder in der Stadt Thendara zu. Die Entsagenden, eine Gemeinschaft von Frauen, die sich als Söldnerinnen, Führerinnen bedingen, haben sich von dem „normalen“ Leben völlig losgesagt und sie leben in Thendara. Um die Entsagenden gibt es eine Mini-Serie, nämlich der Magda-Lorne-Zyklus, aber auch der Zyklus um Marguerida Alton stellt Personen aus dieser Gemeinschaft vor.

Die Romane konzentrieren sich in erster Linie auf die Adelsfamilien. Die Comyn (Hochadel) und auch der niedere Adel verfügen verstärkt über eine spezielle Gabe, das Laran. Das Laran umfasst Psi-Kräfte, die unterschiedlich eingesetzt werden können. Von der Heilung bis hin zum Beherrschen des Feuers. Um das Laran zu erhalten, gab es in den ersten Tagen Darkovers sogenannte Zuchtprogramme, in denen festgelegt worden ist, welche Familien miteinander in Verbindung treten sollten, um das Laran zu stärken, erhalten oder neues Laran zu züchten Die Darkover Romane kann man daher in verschiedene Episoden eingruppieren:

Die Landung

Das Zeitalter des Chaos

Die Zeit der Hundert Königreiche

Die Zeit der Comyn

Nach den Comyn

Zudem gibt es auch Zyklen in den Darkover Romane, die eine kleine Serie innerhalb der großen Serie bilden und sich mitunter auf einander beziehen:

Die Kinder von Hastur Zyklus: The Heritage of Hastur/Hasturs Erbe, Sharra’s Exile/Sharras Exil

Madga Lorne-Zyklus:  The Shattered Chain/Die zerbrochene Kette, Thendara House/Gildenhaus Thendara, and City of Sorcery/Schwarze Schwesternschaft

Der Verbotene Turm ZyklusThe Spell Sword/Das Zauberschwert, The Forbidden Tower/Der verbotene Turm

Der Marguerida-Alton-Zyklus: Exile’s Song/Asharas Rückkehr, The Shadow Matrix/Die Schattenmatrix, Traitor’s Sun/Der Sohn des Verräters

Clingfire Trilogy (gemeinsam geschrieben mit Deborah J. Ross, die letzten beiden Bände wurden nach dem Tod von Marion Zimmer Bradley beendet)

In den verschiedenen Zeitaltern Darkovers werden unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen und damit einhergehend auch Probleme beschrieben. Während zu Beginn Darkovers das Erhalten des Larans sehr wichtig war und es zu Kriegen zwischen den Comyn kommt, spielt in den späteren Jahren der Kontakt zu Terra eine entscheidende Rolle und die Konflikte, die daraus resultieren.

Für mich ist der Darkover Zyklus ein Klassiker, auch wenn er nicht eindeutig einem Genre zugeordnet werden kann. Wer also gerne neue Welten erkundet, auch mit Fantasy-Elementen kein Problem hat, dem kann ich die Darkover-Romane nur sehr empfehlen. Bei solchen langen Serien stellt sich oftmals die Frage, wo man am besten mit dem Lesen anfängt. Offiziell sind die Bücher unabhängig, aber meine Empfehlung ist, doch ein wenig auf die Reihenfolge zu achten. Dabei ist weniger das Erscheinungsdatum wichtig, sondern mehr der inhaltliche Zusammenhang. Ich habe oben die Zyklen, also die Mini-Serien, kurz aufgezählt. Gerade lese ich den Marguerida-Alton-Zyklus, in dem regelmäßig auf den Verbotenen Turm-Zyklus direkt oder indirekt verwiesen wird. Sei es, dass die Personen von der Vergangenheit erzählen oder Namen auftauchen, die es in den vorherigen Büchern bereits gab. Wen das nicht stört, der kann einfach die Zyklen in beliebiger Reihenfolge lesen. Wer es lieber etwas chronologisch hat, der sollte die Zyklen so lesen wie bei mir angegeben. Eine kleine Einschränkung mache ich allerdings: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Hastur-Zyklus vor den anderen Zyklen ist. Da ich mich aber wieder durch die Serie durchgrabe, kann ich dazu später ein Update geben.

Ihr seht, Darkover ist eine kleine Welt, in der mich zu gerne herumtreibe und bei dem es sich lohnt, die vielen Hunderte Seiten zu lesen. Vielleicht kann ich ja bald „Willkommen Terraner“ sagen?

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