Literatur: Von Kaufleuten, Adligen und Klerikern – Das Salz der Erde

Ich habe ja schon lange einmal eine Alternative zu Rebecca Gablé gesucht und bin mit dem Buch „Das Salz der Erde“ endlich fündig geworden. Es ist wieder ein dicker Schinken, bei dem das Schmökern richtig Spaß macht.

Salz-der-Erde

Im Mittelpunkt steht der junge Kaufmann Michel de Fleury, dessen Vater mit ihm und seinem Bruder aus der Leibeigenschaft in den Ort Varennes flieht. Das Besondere an Varennes: Leibeigene, die ein Jahr in der Stadt gelebt haben, sind frei. So auch schließlich die Familie von Michel. Sie bauen sich mit den Jahren einen kleinen Betrieb auf. Michel wird zur Lehre nach Mailand geschickt, muss jedoch aufgrund des unerwarteten Todes seines Vaters zurückkehren und den Platz als Familienoberhaupt einnehmen. Ein völlig neues Leben beginnt. Michel, ungestüm und ehrgeizig, tritt in die Kaufmannsgilde ein und wird gleich zum Gildenvorsteher gewählt. Doch diese Wahl macht ihm Feinde, viele Feinde. Sein ehemals bester Freund wendet sich ab und verbietet ihm jeglichen Kontakt zu dessen Schwester Isabelle. Es folgen nun Jahre voller Entbehrungen, Fehden, Freundschaften und Emotionen, in denen Michel nicht nur einmal kurz vor dem Ruin steht.

Über 1000 Seiten und ich habe mich nicht auf einer Seite gelangweilt, im Gegenteil, manch eine Nacht war verdammt kurz, weil ich unbedingt noch „eine Seite“ lesen musste. In dem Buch stimmt das Gleichgewicht zwischen der Geschichte um die Gilde und jener um die Liebe zwischen Michel und Isabelle. Außerdem waren die Charaktere nicht zu flach, sondern entwickelten ein Eigenleben und besaßen eine gewisse Tiefe und ihre Eigenheiten. Und ich muss gestehen, dass ich das Leben faszinierend damals finde, vor allem das Kaufmannsleben. Ich bin zwar Kauffrau, aber wenn ich mir meine Tätigkeiten anschaue, haben diese mit dem Kaufmann damals in der Gilde nur noch entfernt etwas zu tun bzw. sind sie so digitalisiert, dass ich mich manchmal mehr als ITler empfinde als als Kauffrau. Spannend war auch das eine oder andere Thema mit der damaligen Kirche, wie zum Beispiel Ehebruch: Der Mann durfte 40 Pfund zahlen und hatte ein paar kaufmännische Probleme, der Frau wurde eine Glatze geschoren, halbnackt wurde sie wie eine Sau durch das Dorf getrieben, war ehrlos und wurde zum Gespött der ganzen Stadt. Allerdings ist Isabelle eine sehr starke  und gebildete Frau und gelegentlich war es sehr amüsant, wie sich sich den damaligen Gepflogenheiten widersetzte.

Zu Beginn des Buches hätte ich mehr ein paar mehr Details zu Michels Leben als Kind im der Stadt Varennes gewünscht. Hier machte mir der Autor einen etwas zu großen Zeitsprung. Da er danach aber im Laufe der Handlung nicht mit Details geizte, war der eher schnelle Einstieg nicht weiter schlimm.

Ein paar Fakten:

Autor: Daniel Wolf

Verlag: Goldmann Verlag

Seiten: 1152

Preis: 9,99

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