Literatur: Von Schlachten, Kriegern und nordischen Göttern

Uhtred wird als kleiner Junge von den Dänen in einer Schlacht gefangen genommen und wächst als Ziehsohn Ragnars bei den Dänen auf. Er verehrt die alten Götter, hadert regelmäßig mit den Christen und später mit dem frommen König Alfred, in dessen Dienst er unfreiwillig eintritt. Alfred hat ein großes Ziel, nämlich ein großes England zu schaffen und die Wikinger und Dänen zu bekämpfen – bzw. bekämpfen zu lassen. Denn am Ende entscheiden die Krieger an vorderster Front, welches Heer gewinnt. Uhtred ist für König Alfred ein wertvolles Mitglied seines Hofstaates, da Uhtred eine enge Verbindung zu den Dänen hat, ihre Kampfweise beherrscht und mit ihnen kommunizieren kann. Doch genau dieser Umstand ist für Uhtred von Bebbanburg eine große Herausforderung: Er möchte nichts lieber als seine alte Heimatburg zurückerobern und eine gesunde Distanz zum frömmelnden Alfred und seiner Priesterschar. Doch diesen Wunsch zu erfüllen gestaltet sich als schwierig und Uhtred muss viele Schlachten kämpfen, ihm lieb gewonnene Kampfgefährten verlieren und zu so manche Verletzung erdulden, um seinen Traum näher zu kommen.

uthred-cornwell

Ich habe diese Serie durch Zufall entdeckt und bin inzwischen süchtig. Zum einen finde ich das Thema spannend. Fand ich den Geschichtsunterricht in der Schule – um es einmal wohlwollend zu formulieren – gelegentlich etwas trocken, so kann ich historische Romane stundenlang lesen. In diesen Romanen ist auch die Perspektive gelungen: Uhtred, der im Herzen immer auch Däne ist, beschreibt die Schlachten aus der Sicht des Kriegers und nicht aus der Sicht der Geschichtenschreiber, Priester oder Könige. Außerdem hat er mitunter einen recht trockenen Humor und es macht Spaß, wenn er seiner Abneigung gegenüber Alfred oder der Priesterschar Ausdruck verleiht. Allerdings sieht er Religion, auch seine eigene, eher pragmatisch und lebt nach dem Motto „Leben und leben lassen“ – dies finde ich sehr sympathisch. Natürlich ist Uhtred eine Kunstfigur, dennoch empfinde ich sie als gut gewählt.

Bernard Cornwell selbst wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Er nahm jedoch den Namen Cornwell wieder an, nachdem er die fundamentalistische Familie verlassen hatte. Möglicherweise erklären diese Erfahrungen auch den stets leicht spöttischen, wenn nicht gar kritischen Unterton Cornwells, wenn er von den Priestern, aber auch sehr religiösen Dänen berichtet. Bekannt wurde Cornwell durch die Sharpe-Serie, die ich noch nicht gelesen habe. Aber die Serie steht auf meiner Wunschliste und wird garantiert noch abgearbeitet. Derzeit lese ich parallel noch die Gralserie Cornwells, die ebenfalls sehr vielversprechend beginnt.

Die Uhtred Serie besteht inzwischen aus neun Bänden:

The Saxon Stories / Die Uhtred-Saga

  • The Last Kingdom  (Das letzte Königreich)
  • The Pale Horseman (Der weiße Reiter)
  • The Lords of the North (Die Herren des Nordens)
  • Sword Song (Schwertgesang)
  • The Burning Land (Das brennende Land)
  • Death of Kings (Der sterbende König)
  • The Pagan Lord (Der Heidenfürst)
  • The Empty Throne (Der leere Thron)
  • Warriors of the Storm

Die Bücher sind ein wenig blutiger, das bleibt jedoch bei Wikingern und den brutalen Schlachten nicht aus. Ich kann dennoch diese Serie nur wärmstens den Fans von historischen Romanen empfehlen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s