Literatur: The Harvest Man – Das Böse im Haus

Heute geht es mit The Harvest Man wieder zurück in das viktorianische London mit seinen dunklen Gassen, Räubern und Mördern. The Harvest Man ist der vierte Teil der Reihe um Inspector Day und dem neu gegründeten Yard. Wer die anderen Teile noch nicht gelesen hat und es noch möchte, sollte diesen Blogbeitrag am besten überspringen, da ich möglicherweise ein paar Details nenne, die ihr noch nicht wissen möchtet ;).

Seit dem letzten Fall von Inspector Day hat sich vieles in seinem Leben verändert. Er ist nicht nur stolzer Vater zweier Zwillinge, sonder er leidet sowohl körperlich als auch seelisch an den Verletzungen, die Jack the Ripper ihm zugefügt hat. Doch damit nicht genug, zu allem Unglück sind auch noch seine Schwiegereltern bei Inspector Day eingezogen und geizen nicht mit guten Ratschlägen in Sachen Kindererziehung und Aufgaben einer braven Ehefrau, sparen nicht mit spitzen Kommentaren und würden am liebsten ihre Tochter wieder mitnehmen und mit einem anständigen (=wohlhabenden) Mann verheiraten. Daher war ich mir nicht sicher, ob der gesteigerte Alkoholkonsum bei Day in Form eines stets paraten Flachmanns nicht auch teilweise auf die lieben Gäste zurückzuführen ist.

Auch Day’s Kollege Hammersmith, der ebenfalls beim Yard gearbeitet hat, leidet noch an seinen schweren Verletzungen, die ihm sein letzter Fall zugefügt hat. Zusätzlich wurde er vom Dienst suspendiert und leidet unter der Arbeitslosigkeit. Beide, Day und Hammersmith, haben sich geschworen, Jack the Ripper dingfest zu machen. Nur leider ist dieser ein wahres Genie, welches Katz und Maus mit den beiden spielt. Ein weiterer alter Bekannter taucht auf der Bühne auf, der Harvest Man. Den Titel hat er erhalten, da er sich auf dem Dachboden versteckt und nachts seine Opfer überrascht. Der Harvest Man tötet nicht nur seine Opfer, sondern will ihnen das Gesicht nehmen – und zwar wenn sie leben.

Das Buch ist an manchen Stellen schon blutig und meine Fantasie erledigte den Rest. Aber, es passt. Alex Grecian wechselt wie auch in den vorherigen Büchern stets die Perspektiven, indem er die Protagonisten pro Kapitel begleitet. So erfahre ich als Leser stets mehr, als jeweils die anderen wissen. Und gerade beim Harvest Man und bei Jack the Ripper gelingt es Grecian sehr gut. Obwohl beide Männer Mörder sind, stellt Grecian sie als Mensch da und ich als Leser erfahre die Motive, kann mich in die Täter hineinversetzen, ohne dass es theatralisch oder übertrieben wird. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch gerade beim Harvest Man kam tatsächlich etwas Mitleid auf, als ich erfahren habe, warum er seine Opfer dermaßen quält.  Auf einmal habe ich verstanden, was ihn bewog, derart schlimme Taten zu verüben. Die Spannungskurve steigt stetig und ein Finale gibt es auch – allerdings keine vollständige Auflösung. Ganz im Gegenteil, ich warte ungeduldig auf das nächste Buch, damit ich erfahre, wie es mit Inspector Day und Jack the Ripper weitergeht.

 

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