Literatur: William Monk auf Spurensuche

Diese Woche kommen meine Beiträge etwas außer der Reihe – zeitlich gesehen. Dies liegt daran, dass ich immer noch mit meiner dicken Erkältung kämpfe und irgendwie nicht alles so organisiert bekomme wie üblich. Heute wird es daher ein Beitrag zum Abend hin mit zwei Buchtipps in Sachen historischer Krimi.

Eine Autorin, die ich sehr gerne lese, ist Anne Perry mit ihrer William Monk-Serie. Eine weitere bekannte Serie ist die um den Charakter Inspektor Pitt. Beide Serien spielen im viktorianischen England und haben bestimmte Protagonisten. Bei William Monk ist es das Trio William Monk, ein Privatdetektiv, Rathbone, ein Anwalt, und Hester, eine resolute Krankenschwester.

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Ich mag diese Serie zum einen wegen des Trios und zum anderen wegen deren Beziehungen untereinander. Monk ist ein dominanter, leicht chauvinistischer Mann, der in regelmäßigen Abständen mit Hester in Streit gerät. Denn Hester ist im Gegensatz zum damaligen Frauenbild eine sehr resolute Dame, die ihre Zunge nicht im Zaum hält und dadurch Monk bei fast jedem Treffen provoziert. Es besteht eine Hassliebe zwischen den beiden, denn so sehr sich Monk auch aufregt, so sehr weiß er auch Hesters Eigenschaften wie Loyalität, Verlässlichkeit und Kampfgeist zu schätzen. Rathbone spiegelt ein wenig die gehobene Gesellschaftsschicht wider, die in ihrem Luxus viele Probleme der unteren Schicht nicht kennt, sich aber dennoch auch in aussichtslose Fälle stürzt und auf die Unterstützung von Monk und Hester angewiesen ist.

Zum anderen finde ich die Fälle sehr spannend. Im Mittelpunkt stehen die Kriminalarbeit und auch gesellschaftliche Themen, die selbst heute aktuell sind. Oftmals überraschen mich die Wendungen und Motive in den Büchern und ich freue mich immer auf die Auflösung des Falles. Ihr müsst die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist (zumindest bis zu dem Band, den ich gelesen hatte). Allerdings lese ich die Bücher in der Reihenfolge, weil ich dann gewisse Anspielungen besser verstehe und auch die Entwicklung der Personen mitverfolgen kann.

Noch ganz kurz: Ich lese die Bücher sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, es hängt davon ab, welches ich ergattere. Teilweise empfinde ich das Englisch als ein wenig schwierig, wenn William Monk in den Armenvierteln ermitteln und die Menschen letztendlich so sprechen wie sie hören. Mitunter muss ich mir den Satz dann laut vorlesen oder bewusst „durchdenken“, damit ich den Inhalt völlig verstehe.

So, jetzt habe ich ewig herumgeschrieben und nun komme ich endlich zu den Büchern ;). Heute stelle ich euch die beiden Bücher Cain, his Brother (Sein Bruder Kain) und Weighed in the Balance (Die russische Gräfin) vor.

Beim Buch Cain, His Brother kommt die vornehme Dame Genevieve Stonefield zu William Monk und meldet ihren Mann vermisst und beauftragt Monk, diesen zu suchen. Die Zeit drängt, denn der Vermisste hat ein Geschäft, welches ohne ihn nicht weitergeführt werden kann – die Witwe durfte nicht allein das Geschäft wieder aufnehmen. Der Vermisste hat einen gefürchteten Zwillingsbruder, dessen Namen im Hafenviertel und in den engen Gassen Londons nur hinter vorgehaltenen Hand genannt wird. Zu viele mussten bereits sein Messer spüren. Schnell merkt Monk, dass er sich zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft begeben und den Zwillingsbruder finden muss – womöglich hat dieser seinen eigenen Bruder ermordet.

Im zweiten historischen Krimi Weighed in the Balance (Die Russische Gräfin) kämpft Rathbone auf verlorenem Posten: Eine geheimnisvolle russische Gräfin taucht bei ihm auf und behauptet, dass Prinz Friedrich von seiner Frau ermordet worden sei. Obwohl sämtliche Alarmglocken bei ihm schrillen, nimmt er diesen Fall an – er kann der Gräfin einfach nicht widerstehen. Monk und Hester sind entsetzt (wie auch das restliche London), doch frei nach dem Motto „mitgefangen, mitgehangen“ muss Rahtbone nun im Gericht die Behauptung seiner Gräfin beweisen. Schnell stellt sich heraus, dass es um vielmehr als nur einen Beziehungsstreit geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Landes.

Wer knifflige Kriminalfälle mag, „echte Detektivarbeit“ (also ohne DNA, genetischer Fingerabdruck usw.) und schrullige Charaktere, der kommt hier auf seine (oder natürlich ihre) Kosten. Ich habe mir bereits den nächsten Band der Serie gekauft und werden mir diesen gönnen, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre fertig bin.

 

 

Literatur: Für gemütliche Abende auf der Couch ein bisschen Lesestoff

Jetzt wird aber es Zeit für eine kurze Buchrezension, die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher und perfekt für einen Abend auf der Couch mit einem spannenden Buch. Meine letzte Buchrezension ist schon ziemliche lange her. Nicht, dass ich in den letzten Wochen kein Buch in der Hand hatte, aber es gab so viele andere Veranstaltungen, Basteleien oder Bastel-Aktionen, dass ich meine Buchrezensionen sehr vernachlässigt hatte. Bilder folgen noch, da ich gerade an der Ostsee bin und zwar Bücher dabei habe, aber nur ungelesene Exemplare :).

Deswegen schreibe ich heute über mehrere Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ein buntes Potpourri, quer durch sämtliche Genres. Ich fange mit einem Thriller an.

Val McDermid – Tödliche Worte

Die Autorin kannte ich noch gar nicht und habe das Buch mir eher durch Zufall gekauft. Schon auf den ersten Seiten werde wendet sich der Mörder an den Leser, etwas kryptisch, und er berichtet von der Macht der Stimme und seinem Wunsch, diese Macht einzusetzen, um Frauen zu töten.

Danach werden peu à peu die verschiedenen Personen vorgestellt, Carol Jordan, eine hochrangige Polizeibeamtin, die bei einem Undercover-Einsatz vom Täter vergewaltigt worden ist und nun ein spezielles Einsatzteam leiten soll, das sich mit nicht gelösten Fällen befasst. In  ihrem Team sind eher eigenwillige Charaktere, eine etwas nerdige IT-Spezialistin, ein Kollege, dessen oberstes Ziel die höheren Stufen der Karriereleiter sind, und weitere Beamte, bei denen nicht sofort klar wird, wie diese ticken. Der zweite Protagonist ist der schrullige Profiler Dr. Hill, der in einer Anstalt arbeitet und die Polizei mit Täterprofilen unterstützt. Und der in Carol Jordan verliebt ist, aber beim besten Willen nicht weiß, wie er ihr das zeigen soll.

Die nächsten Fälle lassen nicht lange auf sich warten. Eine Prostituierte wird brutal von einem Freier misshandelt und schließlich getötet. Außerdem tauchen neue Spuren von zwei vermissten Jungen auf, bei denen sich keiner sich ist, ob die beiden noch leben oder ebenfalls getötet worden sind. Und auch Dr. Hill hat eine harte Nuss zu knacken: Ein verurteilter Mörder soll in der Anstalt zum Sprechen gebracht wird, ähnelt sich sein Opus moderandi doch dem Mord an der Prostituierten. Schließlich wird klar, dass Dr. Hills Patient etwas mit den Morden an den Prostituierten zu tun hat, denn er auch er mordete, weil er eine Stimme hörte…

Ich bin bei Krimis immer vorsichtig, aber dieses Mal hat es sich gelohnt: Die Protagonisten haben eine gewisse Tiefe und es ist spannend, wie sich das Verhältnis dieser untereinander entwickelt. Auch sind die Verbrechen interessant aufgezogen, wenn auch der Fall gerne etwas später hätte aufgelöst werden können. Aber durchaus ein Buch, das kurzweilig ist. Eine noch wichtige Info: Es handelt sich um den vierten Teil einer Serie. Es gibt ein paar Anspielungen, doch das Buch ließ sich auch gut ohne Vorwissen lesen.

Marion Zimmer Bradley – Die zerbrochene Kette; Gildenhaus Thendara, Die Schwarze Schwesternschaft

Ich hatte hier (*klick*) den Darkover Zyklus vorgestellt. Es ist eine Sammlung von Anthologien, Romanen aus dem Fantasy-Bereich und Mini-Serien.  Ich lese diese Sammlung bestimmt zum dritten Mal inzwischen, wenn nicht sogar häufiger. Zum einen habe ich ein extrem schlechtes Lesegedächtnis (was wiederum auch ein Vorteil sein kann, weil ich dann alte Bücher wieder hervorholen kann ;) ) und zum anderen entdecke ich stets neue Aspekte bei diesen Büchern. Wahrscheinlich auch ein wenig abhängig davon, in welcher Lebensphase ich mich befinde. Bei meinem ersten Beitrag war ich mir noch ein wenig unsicher, ob man alle in einer Reihenfolge lesen muss: Nein, muss man nicht zwangsläufig. Bei diesen Mini-Serien macht es Sinn, aber grundsätzlich ist es nicht notwendig. Es gibt in den Büchern regelmäßig Anspielungen auf vergangene Ereignisse und Personen aus anderen Büchern, doch ein Vorwissen ist nicht notwendig. Ich stelle euch die Mini-Serie um Magda Lorne vor. Sie hat terranische Eltern, ist aber auf Darkover geboren und gilt als eine Koryphäe in Sachen Forschung auf Darkover. In dem Buch Die zerbrochene Kette begibt sich Madga Lorne auf die Suche nach ihrem verschollenen Ex-Partner Peter, der von einer Exkursion in den Bergen nicht zurückgekehrt ist. Obwohl getrennt, fühlt sie ihm verpflichtet und beginnt eine gefährliche Reise in die Berge. Auf ihrer Reise gibt sich Magda als Entsagende aus, hat jedoch das Pech, auf echte Entsagende zu treffen. Die Regeln der Entsagenden schreiben vor, dass Frauen, die sich fälschlicherweise als Entsagende ausgeben, den Eid der Entsagenden leisten müssen und somit Teil dieser Gemeinschaft werden. Dies passiert auch Madga und im zweiten Teil, Gildenhaus Thendara, wird ihre erste Zeit im Gildenhaus beschrieben.

Ein paar kurze Worte zu den Entsagenden: Auf Darkover herrschen sehr patriarchale Gesellschaftsstrukturen, in denen die Rollen von Frauen und Männer sehr starr sind. Frauen, die sich diesen Regeln nicht unterwerfen wollen, können zu den Entsagenden gehen. Allerdings gibt es auch dort strenge Regeln, eine ist, sich niemals wieder fest an einen Mann zu binden und auch auf die Vorteile des Frauseins zu verzichten. Magda, die letztendlich zwischen den Welten aufgewachsen ist mit terranischen Eltern und ihrer Kindheit auf Darkover verbracht hat, hat sehr stark mit den unterschiedlichen Werten und Erwartungen zu kämpfen.

In dem dritten Teil des Madga-Lorne-Zyklus begibt sich Magda mit ihren Schwestern aus der Gilde auf die Suche nach der sagenumwobenen Schwarzen Schwersternschaft. Diese soll in den Weiten des Gebirges leben und wer dort hinfindet und eingelassen wird, soll Dinge über sich und die Welt lernen können, die einem sonst verwehrt bleiben.

Ich mag als erstes die Mischung aus Fantasy, Mittelalter und Abenteuer. Nichts ist übertrieben, sondern es gibt Elemente aus allen Genres. Darüber hinaus haben die Charaktere Tiefe, der Leser lernt sie wirklich kennen, ihre Gedanken, Gefühle und inneren Zweifel. Ich finde es sehr schön, Charaktere in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu beobachten, was sie in ihrem Leben erreichen. Und jetzt zum letzten Punkt, der mir beim diesmaligen Lesen aufgefallen ist: Marion Zimmer Bradley spielt mit unterschiedlichen Beziehungsmodellen, hält sie mir als Leser vor Augen, ohne für mich zu stark zu werten. Da ist das Beziehungsmodell der Entsagenden, die sich nie per Gesetzt eng an einen Mann binden dürfen, sondern stets nur unverbindlich. Da sind die Beziehungen unter Frauen, die einer Ehe ähneln. Es gibt außerdem den Austausch der Messer, dabei handelt es sich aber um keine Liebesbeziehung, sondern um eine Beziehung zwischen Kämpfern, die für den anderen das Leben geben würde. So gibt es Konstellationen, in denen eine Frau eine Beziehung zu einer Frau hat, jedoch das Messer mit einer anderen Entsagenden getauscht hat. Ein weiteres Modell ist die Beziehung in einem Turm, wo letztendlich mehrere Personen eine Beziehung zueinander haben. Nun ist das Buch mitnichten ein Buch, in dem die Protagonisten übereinander ständig herfallen, ganz und gar nicht. Bei mir habe ich eher festgestellt, dass ich gewisse Vorurteile oder Gedanken ein weiteres Mal überdacht habe. Ein Charakter sprach in den Büchern von „unsichtbaren Ketten“ und letztendlich hat jedes Modell das Potenzial, unsichtbare Ketten anzulegen, doch auch Freiheit zu gewähren. Eine Sichtweise, die ich interessant finde. Verbunden mit Werten und Normen, die so unterschiedlich und widersprüchlich sind, dass sie teilweise nur schwer nebeneinander existieren können. Ich bin mir sicher, dass ich auch ein viertes Mal diesen Zyklus lesen werde, weil ich so gerne den Planeten Darkover besuche.

So, jetzt aber genug geschrieben, dies waren ein paar Leseempfehlungen und vielleicht war ja das eine oder andere Buch für euch dabei :).

 

Literatur: Ein dicker Schmöker für herbstliche Abende

Ich liebe ja so richtig dicke Schmöker – und wenn es draußen grau ist, es regnet und so richtig ungemütlich wird, fängt meine Lese-Saison so richtig an. Als großer Fan von historischen Romanen bin ich stets auf der Suche nach neuen Autoren oder Serien, die ich ausprobieren kann. Gerne durchwühle ich dabei die „Resterampen“ in Läden und versuche dabei das eine oder andere Buch zu entdecken.

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Das neueste Buch, das ich beim Stöbern entdeckt habe, ist das Buch „Die Rosenkriege – Sturmvogel“ von Conn Iggulden. Es ist der erste Teil einer Serie über die englischen Rosenkriege zwischen den Lancasters und den Yorks. Auch Rebecca Gablé, eine Autorin, deren Bücher ich förmlich verschlinge, schreibt über die Rosenkriege. Daher war ich gespannt wie ein Flitzebogen, wie denn Conn Iggulden das Thema angeht.

Im Mittelpunkt stehen drei Charaktere: Derry, der Meisterdetektiv des Königs von England (Henry VI und seinem Vorgänger), Margaret von Anjou und Thomas Woodchurch, ein englischer Bogenschütze. Die drei Handlungsstränge beginnen getrennt und im Laufe der Handlung treffen die Charakter aufeinander.

König Henry VI ist für viele eine Enttäuschung: War sein Vater ein berühmter Krieger, von seinen Feinden und auch Verbündeten gefürchtet, wendet sich Henry VI der Kirche zu, ist schwach und wird zu gerne von seinen Vasallen beeinflusst. Unruhen beginnen und Derry befürchtet, dass Frankreich sich gegen England erheben könnte. Was liegt da näher als eine französische Braut? Diese ist auch recht schnell gefunden. Margarets Vater ist in ständiger Geldnot und die Vermählung seiner Tochter mit dem König Englands ist für ihn eine einmalige Chance, nicht nur zu Geld zu kommen, sondern auch in der strengen Adelshierarchie aufzusteigen. Doch das Geschäft hat es in sich: Die Ehe zwischen England und Frankreich gibt es nur gegen die Aufgabe englischer Landstriche in Frankreich – für viele Engländer ein Verrat, der nach Rache schreit. Thomas Woodchurch, ein ehemaliger britischer Bogenschütze, lebt in einem der aufgegebenen Landstriche und schwört sich, sich nicht kampflos zu ergeben und alles aufzugeben, was er mit seinen eigenen Händen aufgebaut hat. Unter John Cade und zusammen mit vielen Tausend Unterstützen verbreiten sie Angst und Schrecken auf ihrem Weg nach England, um für das angetane Unrecht Vergeltung zu üben.

Ich finde nicht nur die Personenauswahl sehr gelungen, sondern auch deren Tiefe. Alle drei Protagonisten sind völlig unterschiedlich, kämpfen mitunter auf gegnerischen Seiten und letztendlich kann ich bei keiner Person sagen, sie sei im Unrecht oder Recht. Es gibt nicht die klassische „gut-böse-Verteilung“. Außerdem finde ich das Thema, also die Rosenkriege, sehr interessant. Vor allem auch, um zu sehen, wie die verschiedenen Autoren mit dem Thema umgehen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann gibt es bei Rebecca Gablé nicht so viele ausführlichen Kampfhandlungen, die mir bei Conn Iggulden sehr gut gefielen. Vom Schreibstil lässt sich der erste Band der Serie super durchlesen, ich hatte keine Längen oder Momente, in denen ich dachte „Nun mach doch mal hin“. Daher kann ich nur eine absolute Leseempfehlung geben und freue mich schon auf den zweiten Teil.

Kurz die Fakten:

Autor: Conn Iggulden

Titel: Die Rosenkriege – Sturmvogel

Verlag: Heyne

Seitenanzahl: 608

Preis: Ca. 10 Euro (im Angebot habe ich 3,50 Euro bezahlt)

Sammelbestellung

Es gibt heute außerdem eine Sammelbestellung um 18h bei mir. Wenn ihr etwas für euch entdeckt habt, dann sendet mir einfach eine Mail an stempelnstanzenstaunen[at]web.de und ich bestelle für euch die Bastel-Utensilien. Details zur Sammelbestellung findet ihr hier (*klick*). Derzeit gibt es auch eine tolle Aktion mit reduzierten Stempelsets (*klick*) – ein Blick auf die Angebote lohnt sich auf jeden Fall.

 

Literatur: Von Schlachten, Kriegern und nordischen Göttern

Uhtred wird als kleiner Junge von den Dänen in einer Schlacht gefangen genommen und wächst als Ziehsohn Ragnars bei den Dänen auf. Er verehrt die alten Götter, hadert regelmäßig mit den Christen und später mit dem frommen König Alfred, in dessen Dienst er unfreiwillig eintritt. Alfred hat ein großes Ziel, nämlich ein großes England zu schaffen und die Wikinger und Dänen zu bekämpfen – bzw. bekämpfen zu lassen. Denn am Ende entscheiden die Krieger an vorderster Front, welches Heer gewinnt. Uhtred ist für König Alfred ein wertvolles Mitglied seines Hofstaates, da Uhtred eine enge Verbindung zu den Dänen hat, ihre Kampfweise beherrscht und mit ihnen kommunizieren kann. Doch genau dieser Umstand ist für Uhtred von Bebbanburg eine große Herausforderung: Er möchte nichts lieber als seine alte Heimatburg zurückerobern und eine gesunde Distanz zum frömmelnden Alfred und seiner Priesterschar. Doch diesen Wunsch zu erfüllen gestaltet sich als schwierig und Uhtred muss viele Schlachten kämpfen, ihm lieb gewonnene Kampfgefährten verlieren und zu so manche Verletzung erdulden, um seinen Traum näher zu kommen.

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Ich habe diese Serie durch Zufall entdeckt und bin inzwischen süchtig. Zum einen finde ich das Thema spannend. Fand ich den Geschichtsunterricht in der Schule – um es einmal wohlwollend zu formulieren – gelegentlich etwas trocken, so kann ich historische Romane stundenlang lesen. In diesen Romanen ist auch die Perspektive gelungen: Uhtred, der im Herzen immer auch Däne ist, beschreibt die Schlachten aus der Sicht des Kriegers und nicht aus der Sicht der Geschichtenschreiber, Priester oder Könige. Außerdem hat er mitunter einen recht trockenen Humor und es macht Spaß, wenn er seiner Abneigung gegenüber Alfred oder der Priesterschar Ausdruck verleiht. Allerdings sieht er Religion, auch seine eigene, eher pragmatisch und lebt nach dem Motto „Leben und leben lassen“ – dies finde ich sehr sympathisch. Natürlich ist Uhtred eine Kunstfigur, dennoch empfinde ich sie als gut gewählt.

Bernard Cornwell selbst wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Er nahm jedoch den Namen Cornwell wieder an, nachdem er die fundamentalistische Familie verlassen hatte. Möglicherweise erklären diese Erfahrungen auch den stets leicht spöttischen, wenn nicht gar kritischen Unterton Cornwells, wenn er von den Priestern, aber auch sehr religiösen Dänen berichtet. Bekannt wurde Cornwell durch die Sharpe-Serie, die ich noch nicht gelesen habe. Aber die Serie steht auf meiner Wunschliste und wird garantiert noch abgearbeitet. Derzeit lese ich parallel noch die Gralserie Cornwells, die ebenfalls sehr vielversprechend beginnt.

Die Uhtred Serie besteht inzwischen aus neun Bänden:

The Saxon Stories / Die Uhtred-Saga

  • The Last Kingdom  (Das letzte Königreich)
  • The Pale Horseman (Der weiße Reiter)
  • The Lords of the North (Die Herren des Nordens)
  • Sword Song (Schwertgesang)
  • The Burning Land (Das brennende Land)
  • Death of Kings (Der sterbende König)
  • The Pagan Lord (Der Heidenfürst)
  • The Empty Throne (Der leere Thron)
  • Warriors of the Storm

Die Bücher sind ein wenig blutiger, das bleibt jedoch bei Wikingern und den brutalen Schlachten nicht aus. Ich kann dennoch diese Serie nur wärmstens den Fans von historischen Romanen empfehlen.

Literatur: Die Beichtkammer – Eine packende Kurzgeschichte

Ich lese ab und zu sehr gerne Kurzgeschichten, auch bei Krimis. Als ich wieder einmal durch die virtuellen Regale eines großen Onlineshops stöberte, geriet mir dieser Kurz-Thriller zwischen die Finger. Natürlich konnte ich nicht „nein“ sagen und so landete dieser in meinem Warenkorb und wenig später in meinem Regal.

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Den Autor J. P. Conrad kannte ich bisher noch nicht, obwohl er schon die eine oder andere Kurzgeschichte veröffentlicht hat.  Daher war ich gespannt auf dieses dünne Büchlein.

Die Geschichte beginnt mit dem Aufwachen von Tom Wedge in einem düsteren Kellerraum. Er kann sich nicht erinnern, wie er dort hingekommen ist. Mit ihm befinden sich zwei weitere Personen in dem Verließ, ein junges Mädchen und ein älterer Mann. Keiner weiß, warum er eingesperrt wurde. Es herrscht Misstrauen zwischen den Gefangenen, die Emotionen kochen hoch. Doch dann kommen die Botschaften, nämlich die größte Sünde im eigenen Leben zu gestehen.

Dass mehrere Leute in einem Raum gefangen sind, ist nichts Neues. Spätestens seit den Filmen Saw I – ?? ist dies ein doch recht bekanntes Setting. Auch, dass jemand ein dunkles Geheimnis verbirgt, ist für einen Krimi keine Neuerung. Was mich aber überrascht hat, waren die Wendung und schließlich die Auflösung des Falls.  Denn automatisch dachte ich in eine Richtung und wurde auf dem falschen Fuß erwischt. Tatsächlich machte der offensichtliche Titel auch noch in eine andere Richtung Sinn. (Wobei das mit Interpretationen so eine Sache ist, spätestens seit meinem Deutsch-Grundkurs damals weiß ich, wie man da voneinander bei der Auslegung voneinander abweichen kann. Irgendwann meinte mein Deutschlehrer einmal verzweifelt zu mir – als wir zum wiederholten Male anderer Meinung waren – ich käme nie auf „die höhere Ebene“.  Keine Ahnung, ob ich nun zehn Jahre später es auf diese ominöse Ebene geschafft habe… )

Der Schreibstil ist nicht außergewöhnlich, aber mir gefällt die Idee. Daher kann ich mir gut vorstellen, auch eine weitere Kurzgeschichte von J. P. Conrad zu lesen.

Kurz die Fakten

Titel: Die Beichtkammer

Verlag: Perpicx Media

Seiten: 52

Preis: 2,90 Euro

Literatur: The Returned – Was würdest du tun?

Ich muss gestehen, dass ich schon öfter diesen Gedanken hatte: Was würde ich tun, wenn ein Mensch, der mir sehr wichtig war, von den Toten zurückkommt?

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In dem Buch „The Returned“ geschieht genau dies  verschiedenen Menschen. Auf einmal stehen ihre verstorbenen Lieben vor ihnen: das verstorbene Kind, der tote Ehemann oder Bruder. In der Vergangenheit urplötzlich getrennt und genauso unerwartet wieder vereint. Die anfängliche Freude ist groß, aber es zeigt sich, dass das Leben nicht dort weitermacht, wo der gemeinsame Pfad abrupt aufgehört hat. Die Zurückgebliebenen haben weitergelebt, mit ihrem Schicksal gehadert, einen neuen Partner kennengelernt oder versucht, mit der Vergangenheit abzuschließen. „The Returned“ haben von diesem Leben nichts mitbekommen und verstehen nicht, warum sie nicht ihr altes  Leben einfach fortführen kann. Emotionen nehmen ihren Lauf, Enttäuschung, Hass, Wut und Verzweiflung, selbst vor Gewalt wird nicht Halt gemacht. Und auch die Mitmenschen reagieren auf die Wiederkehrer nicht immer mit Freude. Neid frisst sich in sie hinein, warum nicht von ihnen das Kind zurückgekehrt ist, sondern vom Nachbarn. Zweifel machen sich breit, ob die Zurückgekehrten wirklich Gutes wollen. Und am Ende zeigt sich, dass manche Dinge nicht sein sollen…

Ich habe das Buch entdeckt, als ich durch den Buchladen schlenderte und dort mich durch die Sonderangebote wühlte. Der Titel sprach mich an, doch wurde ich ein wenig skeptisch, als es hieß „Das Buch zum Film“. Meistens sind solche Bücher eher dahinplätschernd, seicht und oftmals nichts für mich. Daher erhielt das Buch nicht wirklich Vorschusslorbeeren von mir. Und das war gut so, denn umso positiver wurde ich überrascht.

Das Buch nimmt zunehmend an Fahrt auf. Die Kapitel sind sehr kurz und beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Personen, deren Leben durch einen der „Returned“ verändert wird. Die einzelnen Handlungszweige laufen parallel, mäandern ein wenig, kreuzen sich und trennen sich dann wieder – bis zum Höhepunkt. Die Geschichte beginnt mit einem Stausee in den französischen Alpen, der auf einmal an Wasser verliert. Und die Geschichte ist ein bisschen wie der Stausee: Sie beginnt langsam, wird immer schneller und schließlich überschlagen sich die Ereignisse und Emotionen wie das Fluten aus dem See. Ganz ehrlich, damit habe ich absolut nicht gerechnet.

Das Buch hat mich aufgewühlt, weil es tatsächlich Gedanken aufgegriffen hat, die ich in der Vergangenheit häufig hatte. Und am Ende hatte ich für mich immer die schmerzliche Erkenntnis, dass mich zwar seine Rückkehr unendlich glücklich machen würde, ich aber einen erneuten Verlust nicht verkraften würde. Und deswegen endeten meine Gedanken stets mit dem traurigen Entschluss, dass ich ein erneutes Wiedersehen nicht mehr möchte – egal, wie viel ich diesem Menschen noch zu sagen hätte. Und oftmals dachte ich mir, dass ich an manchen Punkten genauso wie die Protagonisten kämpfen würde und nicht wüsste, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. „The Returned“ fallen für mich auch nicht wirklich in die Kategorie Zombies. Bei Zombies muss ich immer an zerfledderte Gestalten denken, denen der Speichel aus dem Mund läuft und die an meinen Knochen knabbern wollen. Dies ist hier definitiv nicht der Fall, jedenfalls nicht zu 90% des Buches.

Ich kann das Buch tatsächlich nur empfehlen und werde mir definitiv auch die Serie anschauen, meine Neugier ist geweckt.  Es ist eine Mischung zwischen Thriller, Horror und Mystery – ja, und auch Tragödie.

Kurz die Fakten:

Titel: The Returned (Englisch/Deutsch)

Autor: Seth Patrick

Verlag: Pan Books (in Deutschland beispielsweise Loewe)

Seiten: 468

Preis: Ich habe 3 Euro bezahlt, die deutsche Version kostet ca. 14,95 Euro

Literatur: Von Kaufleuten, Adligen und Klerikern – Das Salz der Erde

Ich habe ja schon lange einmal eine Alternative zu Rebecca Gablé gesucht und bin mit dem Buch „Das Salz der Erde“ endlich fündig geworden. Es ist wieder ein dicker Schinken, bei dem das Schmökern richtig Spaß macht.

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Im Mittelpunkt steht der junge Kaufmann Michel de Fleury, dessen Vater mit ihm und seinem Bruder aus der Leibeigenschaft in den Ort Varennes flieht. Das Besondere an Varennes: Leibeigene, die ein Jahr in der Stadt gelebt haben, sind frei. So auch schließlich die Familie von Michel. Sie bauen sich mit den Jahren einen kleinen Betrieb auf. Michel wird zur Lehre nach Mailand geschickt, muss jedoch aufgrund des unerwarteten Todes seines Vaters zurückkehren und den Platz als Familienoberhaupt einnehmen. Ein völlig neues Leben beginnt. Michel, ungestüm und ehrgeizig, tritt in die Kaufmannsgilde ein und wird gleich zum Gildenvorsteher gewählt. Doch diese Wahl macht ihm Feinde, viele Feinde. Sein ehemals bester Freund wendet sich ab und verbietet ihm jeglichen Kontakt zu dessen Schwester Isabelle. Es folgen nun Jahre voller Entbehrungen, Fehden, Freundschaften und Emotionen, in denen Michel nicht nur einmal kurz vor dem Ruin steht.

Über 1000 Seiten und ich habe mich nicht auf einer Seite gelangweilt, im Gegenteil, manch eine Nacht war verdammt kurz, weil ich unbedingt noch „eine Seite“ lesen musste. In dem Buch stimmt das Gleichgewicht zwischen der Geschichte um die Gilde und jener um die Liebe zwischen Michel und Isabelle. Außerdem waren die Charaktere nicht zu flach, sondern entwickelten ein Eigenleben und besaßen eine gewisse Tiefe und ihre Eigenheiten. Und ich muss gestehen, dass ich das Leben faszinierend damals finde, vor allem das Kaufmannsleben. Ich bin zwar Kauffrau, aber wenn ich mir meine Tätigkeiten anschaue, haben diese mit dem Kaufmann damals in der Gilde nur noch entfernt etwas zu tun bzw. sind sie so digitalisiert, dass ich mich manchmal mehr als ITler empfinde als als Kauffrau. Spannend war auch das eine oder andere Thema mit der damaligen Kirche, wie zum Beispiel Ehebruch: Der Mann durfte 40 Pfund zahlen und hatte ein paar kaufmännische Probleme, der Frau wurde eine Glatze geschoren, halbnackt wurde sie wie eine Sau durch das Dorf getrieben, war ehrlos und wurde zum Gespött der ganzen Stadt. Allerdings ist Isabelle eine sehr starke  und gebildete Frau und gelegentlich war es sehr amüsant, wie sich sich den damaligen Gepflogenheiten widersetzte.

Zu Beginn des Buches hätte ich mehr ein paar mehr Details zu Michels Leben als Kind im der Stadt Varennes gewünscht. Hier machte mir der Autor einen etwas zu großen Zeitsprung. Da er danach aber im Laufe der Handlung nicht mit Details geizte, war der eher schnelle Einstieg nicht weiter schlimm.

Ein paar Fakten:

Autor: Daniel Wolf

Verlag: Goldmann Verlag

Seiten: 1152

Preis: 9,99