Literatur – Auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Lang, lang ist her mit meiner letzten Buchrezension. Es ist nicht so, dass ich derzeit nicht lese, sondern dass ich es  einfach zeitlich nicht hinbekomme, eine Rezension zu schreiben. Jetzt aber, die kleine Bazzzille ist pappsatt (und deswegen friedlich), also schnell Laptop geschnappt und ich versuche mein Glück.

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Als Fan historischer Romane habe ich so ein paar Autoren, die ich immer wieder gerne lese, weil sie in ihren Büchern so eine gewisse Konstanz aufweisen, sprich, in der Regel kommt es nicht zu bösen Überraschungen. So ist es bei Iny Lorentz. Dieses Mal wurde es das Buch Die Pilgerin.

Wir befinden uns im 14. Jahrhundert in der Reichsstadt Tremmlingen. Tilla, ein Tochter aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, ist dem ältesten Sohn eines befreundeten Kaufmanns versprochen – wie es eben so üblich ist. Doch dann stirbt ihr Vater und ihr ältester Bruder übernimmt das Regiment. Damit soll sich alles in Tillas Leben ändern. Die Verlobung wird aufgelöst und stattdessen wird Tilla mit einem Geschäftspartner verheiratet. Dieser hatte erst kürzlich seine schwangere Frau verloren und ist dafür bekannt, auch mit der Rute nicht zu geizen.  So muss auch Tilla Gewalt erfahren – ein trostloses Leben droht. Doch Tilla flieht verkleidet als Mann, um den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen: eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Tilla schließt sich einer Pilgertruppe an und lernt auf ihrem Weg nicht nur, dass das Äußere trügen kann, sondern auch, wie wichtig das Miteinander ist.

Das, was ich an den Büchern schätze, ist wiederum auch ein kleines Manko: Die Themen sind eben doch ähnlich mit einer Protagonistin, die, regelmäßig als Mann verkleidet, auf eine gefährliche Reise geht oder sich in ein anderen Abenteuer stürzt. Wirkliche Überraschungen gibt es nicht, die Handlung ist doch etwas vorhersehbar. Auf der anderen Seite ist der Plot schlüssig, die Geschichte abwechslungsreich, gut geschrieben und damit entspannt zu lesen. Daher kann ich das Buch auch empfehlen, wenn es einfach mal etwas „Seichtes“ sein soll, was nicht abwertend gemeint ist.

Du findest die Autorin regemäßig im Angebot auf Büchertischen, da decke ich mich auch stets ein.

Literatur: Ein dicker Schmöker für Mittelalter-Fans

Ich habe mal wieder einen dicken Schinken durchgelesen, der viel zu schnell vorbei war. Am Anfang denke ich stets „Ganz schön dick“ und am Ende wundere ich mich stets, wo denn all die Seiten geblieben sind.

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Das Buch Das Licht der Welt ist die Fortsetzung von dem historischen Roman Das Salz der Erde (*klick*). Auch der erste Teil ist sehr zu empfehlen. Nicht unbedingt, um die Handlung zu verstehen, sondern weil auch der erste Teil inhaltlich gut ist und es mir viel Spaß machte, diesen durchzulesen.

In dem zweiten Band findest du Figuren aus dem ersten Band wieder, aber tatsächlich ist es nicht notwendig, die Handlung aus dem ersten Band zu kennen. Hin und wieder kommt eine Anspielung und ich persönlich finde es spannend, die Charaktere zu begleiten durch die Bücher, doch es geht auch ohne Vorwissen.

Wir befinden uns im Mittelalter in der Handelsstadt Varennes-Saint-Jaques, der Handel blüht und die Stadt wächst und gedeiht. Im Mittelpunkt stehen der Kaufmann und Bürgermeister Michel Fleury, der inmitten von Kriegen seine Stadt zu Wohlstand und Frieden führen möchte, der Buchmaler Rémy Fleury, der von einer Schule für jedermann träumt und die junge Patrizierin Philippine, die versucht, aus ihrem alten Leben auszubrechen. Alle drei kämpfen für ihre Träume und haben erbitterte Gegner, die alles daran setzen, die Träume zu zerstören.

Wenn du Rebecca Gablé magst, ist dieses Mittelalter-Epos ein interessantes weiteres Werk aus dem besagten Zeitalter. Es lässt sich super durchzulesen, es gibt diverse Handlungsstränge, mir liebgewonnene Charaktere und interessante Wendungen. Eine kurzweilige Unterhaltung über mehrere Hundert Seiten, auf denen mir nicht einmal langweilig geworden ist. Und ich hoffe ja noch ein einen dritten Band, muss ich gestehen ;).

Literatur: Von Edelleuten mit dunklen Geheimnissen

Auf der Suche nach Nachschub in Sachen historischer Krimi bin ich auf die Serie um Sebastian St Cyr gestoßen. Natürlich hatte ich mir wieder einmal irgendeinen fortgeschrittenen Band gekauft und musste dann erst einmal recherchieren, wie der erste Teil lautet. Denn meine Erfahrung ist, dass ich doch gerne in der richtigen Reihenfolge lese und so alle Anspielungen in den Büchern verstehe, die zwischendurch gemacht werden.

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Also, das Buch gehört zu meinem Lieblingsgenre, dem historischen Krimi in London des 19. Jahrhunderts. Also noch keine technischen Finessen wie heutzutage, sondern die Ermittler sind zu Kutsche unterwegs und ermitteln auf alte Art und Weise. Die Gesellschaft ist gespalten zwischen Bürgertum und Arbeitervolk, oftmals bewegen sich die Ermittler in beiden Welten, was ich besonders spannend finde.

Die Geschichte beginnt mit einem brutalen Mord einer Schauspielerin in einer Kirche. Sie wurde nicht nur getötet, sie wurde praktisch hingerichtet und geschändet. Schnell fällt der Verdacht auf den jungen Aristokraten Sebastian St. Cyr: Ein Sprössling aus gutem Hause, kriegserfahren, jungen Damen und aufregenden Duellen nicht abgeneigt – und zu allem Unglück werden am Tatort auch noch Duellpistolen mit seinen Initialen gefunden. Damit ist der Fall für die Öffentlichkeit gelöst, der junge Aristokrat soll hängen und auch den oberen Politkern passt es gut. Allerdings ist Sebastian anderer Meinung und kann sich seiner Verhaftung entziehen. So beginnt für ihn auf seiner Flucht die Suche nach dem eigentlichen Mörder. Dabei trifft auf Menschen und Orte, die er vorher nicht als edler Gentleman betreten hätte, und eine spannende Jagd auf den eigentlichen Mörder beginnt.

Für mich ist schon einmal wichtig, dass ich gut in ein Buch hereinfinde. Nichts ist schlimmer, als wenn ich mich durch die ersten Seiten quäle und hoffe, dass ich irgendwie noch meinen Lesefluss finde. Dies war bei dem Buch überhaupt kein Problem. Die ersten Szenen sind humorvoll und die Charaktere werden vorgestellt. Und der junge Herr war mir gleich sympathisch. Auch sein „Gegner“, der ermittelnde Chief Magistrate Sir Henry Lovejoy ist ein kritischer Zeitgenosse, der gerne seine eigenen Chefs in Frage stellt und Ermittlungen auf eigene Faust anstellt.

Außerdem ist das Englisch gut zu verstehen, der Schreibstil angenehm, sodass der „äußere Rahmen“ passt. Da muss ich mich bei Anne Perry eher an den Slang gewöhnen und brauche ein paar Momente. Insgesamt mag ich die Protagonisten. Es sind keine außergewöhnlichen Charaktere, es wird auch mit dem einen oder anderen Cliché gespielt, aber die Personen haben dennoch eine gewisse Tiefe. Angenehm finde ich auch, dass es Konflikte zwischen den Charakteren gibt, die (ja, darauf stehe ich) dem damaligen Zeitalter geschuldet sind: Standesdenken, starre Rollenbilder und damit verbunden Erwartungen an die Geschlechter und Positionen. Ich mag es, wenn Individuen aus der Rolle fallen und auch Gegebenes in Frage stellen.

Das Buch What Angels Fear hat eine gute Länge mit 410 Seiten. Ich muss gestehen, dass ich keine deutsche Übersetzung gefunden habe und ich mich daher frage, ob diese (noch) nicht vorliegen. Falls du zufällig die deutschen Titel kennst bzw. mehr Infos weißt, freue ich mich über einen Kommentar (wobei ich mich immer über Kommentare freue :) ).

Und noch ganz kurz in eigener Sache: Derzeit habe ich nur einen „Not-Bastelplatz“, daher komme ich deutlich weniger zum Basteln als sonst und habe auch nicht meine sämtlichen Vorräte auf Lager. Daher wundere dich bitte nicht, wenn es derzeit meistens einen Bastelbeitrag pro Woche gibt und häufiger Bücher auftauchen. Momentan ist mein Alltag etwas weniger planbar, ich versuche aber das Beste draus zu machen, auch in kreativer Hinsicht ;).

Literatur: Der Stumme Schrei & Sammelbestellung heute 18h

Heute gibt es wieder einen Beitrag zum Thema Literatur. Ok, das klingt ein wenig hochtrabend nach Grass, Mann oder anderen berühmten Kollegen. Ich habe mich wieder mit meinem Lieblingsgenre beschäftigt, nämlich dem historischen Krimi im viktorianischen Zeitalter.

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Eine Autorin, die ich dabei sehr gerne lese, ist Anne Perry. Wenn du nach Anne Perry auf meinem Blog suchst, findest du weitere Bücher, über die ich geschrieben habe. Von ihr stehen zwei Serien in meinem Regal, die Serie um Inspector Pitt und um das Trio Privatdetektiv Monk, dem Anwalt Rathbone sowie  der Krankenschwester Hester.  Beide Serien kann ich empfehlen, lese derzeit aber hauptsächlich letztere und stelle dir das Buch The Silent Cry vor.

Eine wichtige Frage bei einer Serie: Muss ich alle Teile vorher gelesen haben? Es kommt drauf an. Die Serie lebt von zwei Dingen, zum einen von der Beziehung zwischen den drei Protagonisten  und zum anderen von den Kriminalfällen und auch deren oftmals ernsten gesellschaftlichen Hintergrund, ohne dass die Autorin mit dem erhobenen Zeigefinger herumwackelt. Für die Beziehung zwischen den Dreien kann ich die Reihenfolge wärmstens empfehlen, weil es Anspielungen und Rückblenden gibt. Für die Kriminalfälle jedoch ist die Reihenfolge nicht wirklich notwendig, wenn aber auch nicht hinderlich. Ein bisschen mehr zu den drei Hauptpersonen habe ich hier (*klick*) geschrieben.

Ein Verbrechen ist geschehen. Im Armenviertel St Giles werden zwei Gentlemen aufgefunden, einer tot, der andere schwer verletzt. Es handelt sich um den ehrenwerten Leighton Duff und seinen Sohn Rhys. Rhys ist nicht nur körperlich schwer verwundet, sondern auch seelisch, so hat er seine Stimme verloren und ist nicht mehr in der Lage, über den Vorfall zu sprechen. Hester, die impulsive Krankenschwester, wird deswegen beauftragt, Rhys zu pflegen und ihn vor zu aufdringlicher Polizei zu schützen. Unabhängig davon  wird Privatdetektiv Monk gebeten, verschiedene Fälle brutal misshandelter und vergewaltigter Frauen in dem besagten Armenviertel aufzuklären. Mit der Zeit stellt sich die Frage, ob die verschiedenen Kriminalfälle zusammenhängen und nicht die Gentlemen ihre Hände bei den Vergewaltigungen im Spiel hatten.

Das Buch hat mich bewegt, dies hätte ich nicht erwartet. Vor allem Wut hatte ich im Bauch. Denn während der Ermittlungen wurde immer wieder deutlich, dass letztendlich die brutalen Vergewaltigungen von der Mehrheit der Bevölkerung nicht als Verbrechen wahrgenommen werden, sondern als verdient, als Strafe für Frauen, als notwendiges Übel. Selbst die Polizei konzentriert sich auf den Mord und erst mit der Zeit spielen auch die Vergewaltigungen eine Rolle (die jedoch niemals in einem Verfahren als Verbrechen akzeptiert werden würden). Da musste ich in der Tat das eine oder andere Mal durchatmen. Es kommt zudem zu spannenden Wendungen und ich selbst bin ein Fan von der klassischen Polizeiarbeit, als es noch keinen genetischen Fingerabdruck gab, sondern auf herkömmliche Weise ermittelt wurde. Außerdem mag ich die Kontraste in den Geschichten zwischen dem Bürgertum und den Arbeitern, weil da Welten und Ansichten aufeinanderprallen.

Die Sprache ist mitunter gewöhnungsbedürftig, da bei den einfachen Leuten auch im Slang geschrieben wird wie „No ’e in’t“ oder „‘E used ter be“.  Doch nach ein paar Seiten habe ich mich dran gewöhnt und natürlich gibt es auch die deutsche Version zum Buch, der Titel lautet Stilles Echo. Wenn du historische Krimis magst, gerne auch spezielle Charaktere, dann kann ich dir das Buch und die Serie um William nur sehr empfehlen.

Literatur: Einmal mit den Schotten kämpfen

Heute gibt es wieder etwas zum Thema Literatur, denn derzeit bin ich voll im Lesefieber. Dieses Mal dreht sich alles um Schottland und eine Reise in die Vergangenheit. Ich will ja ehrlich sein, höre ich den Begriff „Highlander“, muss ich sofort an Buchcover mit gut gebauten Männern und vollbusigen (meist leicht bekleideten) Damen denken. Mein zweiter Gedanke ist dann „Und wie lese ich das Buch unauffällig in der Ubahn?!“. Nun, als ich die Bücher von Diana Gabaldon das erste Mal zur Hand nahm, gab es zwei Vorteile: Die Buchcover sahen völlig neutral aus und ich hatte nicht so wirklich eine Idee, worum es in den Büchern ging. Sprich, das Stichwort „Highlander“ sprang mich nicht sofort an.

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Und auch wenn die Bücher an manchen Stellen das eine oder andere Cliché erfüllen, so sind sie doch in erster Linie für mich unterhaltsame historische Romane, wenn auch der Protagonist lt. Autorin durchaus optisch attraktiv ist – was ich ja nicht per se ablehne ;).

Aber nun von vorne: Wir befinden uns im Jahr 1945. Claire macht mit ihrem Mann Frank, ein passionierter Historiker, einen Ausflug, um mehr über historische Personen der Familiengeschichte herauszufinden. So sehr sie die Arbeit ihres Mannes auch schätzt, so ist Claire doch froh, dass ihr Mann sich mit Reverend Wakefield blendend versteht und sich mit diesem über Stammbäume, verschollene Verwandte und andere Besonderheiten austauschen kann. Durch Zufall findet Claire hinaus, dass die Haushälterin, Mrs Graham, wiederum eine Anhängerin alter Riten ist. Um genau zu sein, treffen sich einige Damen des Ortes zu bestimmten Festen an einem Steinkreis, um dort den alten Göttern zu huldigen und in Bettlaken im Kreis zu tanzen. Das wiederum findet Claire spannend und so machen sich Frank und Claire auf den Weg, um die Damen heimlich zu beobachten. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Claire wird auf mysteriöse Weise durch einen Stein gezogen und findet sich auf einmal in einem einsamen Wäldchen wieder.

Als auf einmal Soldaten auftauchen, denkt Claire noch an Komparsen, muss aber feststellen, dass diese ihre Rolle so sehr überzeugend spielen. So überzeugend, dass es den einen oder anderen Verletzten gibt und Claire am Ende bei einer Horde Schotten landet. Und da trifft sie nun Jamie, einen jungen Highlander, verletzt und auf der Rückkehr ihrer Beutetour. Es dauerte noch einige Zeit, bis Claire einsah, dass sie keinem Fernsehdreh beiwohnt, sondern tatsächlich in der Vergangenheit angekommen ist.

Im ersten Band Feuer und Stein dreht es sich um das Kennenlernen von Claire und Jamie und deren erste Zeit als Paar. Mit sämtlichen Missverständnissen, kriegerischen Auseinandersetzungen und komischen Situationen aufgrund der unterschiedlichen Erziehung von Jamie und Claire. Denn Claire ist eine resolute Dame, die sich mitnichten in das damalige Bild einfügen möchte, indem sie ihrem Mann gehorcht und im Zweifel lieber ihre devote Seite zeigt. Ganz im Gegenteil, so manch eine kritische Situation entsteht, weil Claire ganz und gar nicht einsieht, die damaligen Erwartungen an das weibliche Geschlecht zu erfüllen – und Jamie regelmäßig daran verzweifelt.

Wer jetzt Lust auf die Bücher bekommen hat, der hört am besten auf mit dem Lesen, damit nicht zu viele Details verraten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ok, weiter geht es. Die Geliehene Zeit, der zweite Band, knüpft an den ersten Band an, beginnt jedoch im Hier und Jetzt. Zwei neue Charaktere werden vorgestellt, Brianna, Claires Tochter und der junge Roger MacKenzie, ein Historiker und Stiefsohn des Reverends aus dem ersten Band. Der Reverend und Frank sind inzwischen gestorben und Roger muss den Nachlass seines Stiefvaters sortieren. Claire hat weder ihrer Tochter noch Roger etwas von ihrer Vergangenheit verraten und versucht, unauffällig mehr über die schottischen Kriege und mögliche Überlebende herauszufinden. Roger, froh über jede Ablenkung, unterstützt Claire und so kommen peu à peu Details ans Tageslicht und Claire kommt zum Schluss, dass Jamie nicht im Krieg gestorben ist. Und Claire ist gezwungen, ihrer Tochter reinen Wein einzuschenken über Jamie und die Reise in die Vergangenheit. Dies führt zu einem großen Streit, der fast Mutter und Tochter entzweit. Schließlich entscheidet sich Claire, noch einmal in die Vergangenheit zu reisen und sich auf die Suche nach Jamie zu begeben. Und natürlich ist die Suche erfolgreich, sodass die nächsten Abenteuer mit Jamie sowie Claire beginnen können. Es führt sie nach Frankreich, an den Hof des franzlsischen Königs und zu schrulligen Charakteren und Verwandten.

Im dritten Band, Ferne Ufer, verschlägt es Claire und Jamie in die neuen Kolonien, weil Jamies Neffe entführt wird. Allein schon die Schiffsreise ist das stundenlange Lesen wert und auch in den Plantagen erwarten die beiden erneut spannende Momente und Kämpfe.

Wenn ich es auf der Homepage richtig verstanden habe, dann gibt es seit 2015 neue, ungekürzte Fassungen. Ich muss gestehen, ich weiß überhaupt nicht, ob meine Versionen gekürzt oder ungekürzt sind. Jedenfalls ist die Lesereise mehrere Tausende Seiten lang und macht einfach nur Spaß. Ich habe die Bände ein zweites Mal gelesen und demnächst nehme ich den vierten Band ein zweites Mal in Angriff. Inzwischen gibt es acht Bände und ich freue mich bereits auf die nächsten dicken Schmöker mit Jamie und Claire.

 

 

Literatur: Unterwegs auf den Straßen Londons

Ich liebe ja Krimis, insbesondere Detektivgeschichten, die im historischen London spielen. So bin ich stets auf der Suche nach neuen/alten Krimiserien mit entweder starken Charakteren oder aber besonders einfallsreichen Handlungen.

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Durch Zufall bin ich auf diese Serie gestoßen, weil ich mir den dritten Teil kaufte und am Ende feststellte, dass ich – mal wieder – nicht mit dem ersten Band begonnen hatte. Also begab ich mich auf die Suche nach dem ersten Band. Das war gar nicht so einfach, da beim großen Online-Buchhändler irgendwie nur Sammlerstücke angeboten werden und ich daher weiter in den Tiefen des Internets graben musste. Am Ende wurde ich aber fündig und erwischte ein ziemlich lädiertes Exemplar „Ratcatcher“ von James McGee. Der deutsche Titel lautet „Der Rattenfänger“, also eine sehr nahe Übersetzung.

Protagonist ist Matthew Hawkwood, ein Bow Street Runner, Mitglied der ersten professionellen Polizei-Mannschaft Londons. Ein typischer Einzelgänger, militärische Vergangenheit, mutig, der Damenwelt und einem Kampf nicht abgeneigt (gelegentlich gab es da auch Schnittmengen, also zwischen der Damenwelt und den blutigen Auseinandersetzungen). Hawkwood wird beauftragt, einen Kutschenüberfall aufzuklären, bei dem Insassen getötet und bestohlen wurden. Aus einem zunächst normalen Überfall wird schnell eine Staatsaffaire und Hawkwood kämpft nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch um militärische Verwicklungen und das Leben des englischen Thronfolgers.

Ganz ehrlich, zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer, das passiert mir jedoch öfter bei den ersten Bänden von Serien. Bei diesem Buch lag es meiner Meinung nach an der Einführung des Protagonisten und seines Umfelds. Es wurde recht viel über militärische Ereignisse erzählt und irgendwann war bei mir dann ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr sooo spannend war. Doch glücklicherweise war diese Phase nach einigen Seiten vorbei und die Handlung begann Fahrt aufzunehmen.

Mir gefiel die beschriebene Atmosphäre Londons, die Beziehung zwischen Hawkwood und seinem alten Weggefährten Jargo und auch der Kriminalfall war interessant (wenn jetzt auch nicht außergewöhnlich). Die Frauengeschichte war jetzt nicht sonderlich überraschend, erinnerte mich ein bisschen an Edgar Wallace, da gab es auch stets irgendwelche Affairen mit netten Damen, wenn ich mich richtig erinnere. Doch insgesamt ein runder Krimi. Und da ich bereits den dritten Band kenne, den ich sehr gut fand, kann ich die Serie empfehlen. Folgende Bände gehören zu der Serie:

Der Rattenfänger. („Ratcatcher“)
Die Totensammler. („The resurrectionists“)
Das Höllenschiff. („Rapscallion“)
Rebellion
The Blooding

 

 

 

Literatur: William Monk auf Spurensuche

Diese Woche kommen meine Beiträge etwas außer der Reihe – zeitlich gesehen. Dies liegt daran, dass ich immer noch mit meiner dicken Erkältung kämpfe und irgendwie nicht alles so organisiert bekomme wie üblich. Heute wird es daher ein Beitrag zum Abend hin mit zwei Buchtipps in Sachen historischer Krimi.

Eine Autorin, die ich sehr gerne lese, ist Anne Perry mit ihrer William Monk-Serie. Eine weitere bekannte Serie ist die um den Charakter Inspektor Pitt. Beide Serien spielen im viktorianischen England und haben bestimmte Protagonisten. Bei William Monk ist es das Trio William Monk, ein Privatdetektiv, Rathbone, ein Anwalt, und Hester, eine resolute Krankenschwester.

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Ich mag diese Serie zum einen wegen des Trios und zum anderen wegen deren Beziehungen untereinander. Monk ist ein dominanter, leicht chauvinistischer Mann, der in regelmäßigen Abständen mit Hester in Streit gerät. Denn Hester ist im Gegensatz zum damaligen Frauenbild eine sehr resolute Dame, die ihre Zunge nicht im Zaum hält und dadurch Monk bei fast jedem Treffen provoziert. Es besteht eine Hassliebe zwischen den beiden, denn so sehr sich Monk auch aufregt, so sehr weiß er auch Hesters Eigenschaften wie Loyalität, Verlässlichkeit und Kampfgeist zu schätzen. Rathbone spiegelt ein wenig die gehobene Gesellschaftsschicht wider, die in ihrem Luxus viele Probleme der unteren Schicht nicht kennt, sich aber dennoch auch in aussichtslose Fälle stürzt und auf die Unterstützung von Monk und Hester angewiesen ist.

Zum anderen finde ich die Fälle sehr spannend. Im Mittelpunkt stehen die Kriminalarbeit und auch gesellschaftliche Themen, die selbst heute aktuell sind. Oftmals überraschen mich die Wendungen und Motive in den Büchern und ich freue mich immer auf die Auflösung des Falles. Ihr müsst die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist (zumindest bis zu dem Band, den ich gelesen hatte). Allerdings lese ich die Bücher in der Reihenfolge, weil ich dann gewisse Anspielungen besser verstehe und auch die Entwicklung der Personen mitverfolgen kann.

Noch ganz kurz: Ich lese die Bücher sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, es hängt davon ab, welches ich ergattere. Teilweise empfinde ich das Englisch als ein wenig schwierig, wenn William Monk in den Armenvierteln ermitteln und die Menschen letztendlich so sprechen wie sie hören. Mitunter muss ich mir den Satz dann laut vorlesen oder bewusst „durchdenken“, damit ich den Inhalt völlig verstehe.

So, jetzt habe ich ewig herumgeschrieben und nun komme ich endlich zu den Büchern ;). Heute stelle ich euch die beiden Bücher Cain, his Brother (Sein Bruder Kain) und Weighed in the Balance (Die russische Gräfin) vor.

Beim Buch Cain, His Brother kommt die vornehme Dame Genevieve Stonefield zu William Monk und meldet ihren Mann vermisst und beauftragt Monk, diesen zu suchen. Die Zeit drängt, denn der Vermisste hat ein Geschäft, welches ohne ihn nicht weitergeführt werden kann – die Witwe durfte nicht allein das Geschäft wieder aufnehmen. Der Vermisste hat einen gefürchteten Zwillingsbruder, dessen Namen im Hafenviertel und in den engen Gassen Londons nur hinter vorgehaltenen Hand genannt wird. Zu viele mussten bereits sein Messer spüren. Schnell merkt Monk, dass er sich zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft begeben und den Zwillingsbruder finden muss – womöglich hat dieser seinen eigenen Bruder ermordet.

Im zweiten historischen Krimi Weighed in the Balance (Die Russische Gräfin) kämpft Rathbone auf verlorenem Posten: Eine geheimnisvolle russische Gräfin taucht bei ihm auf und behauptet, dass Prinz Friedrich von seiner Frau ermordet worden sei. Obwohl sämtliche Alarmglocken bei ihm schrillen, nimmt er diesen Fall an – er kann der Gräfin einfach nicht widerstehen. Monk und Hester sind entsetzt (wie auch das restliche London), doch frei nach dem Motto „mitgefangen, mitgehangen“ muss Rahtbone nun im Gericht die Behauptung seiner Gräfin beweisen. Schnell stellt sich heraus, dass es um vielmehr als nur einen Beziehungsstreit geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Landes.

Wer knifflige Kriminalfälle mag, „echte Detektivarbeit“ (also ohne DNA, genetischer Fingerabdruck usw.) und schrullige Charaktere, der kommt hier auf seine (oder natürlich ihre) Kosten. Ich habe mir bereits den nächsten Band der Serie gekauft und werden mir diesen gönnen, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre fertig bin.