Literatur: Einmal mit den Schotten kämpfen

Heute gibt es wieder etwas zum Thema Literatur, denn derzeit bin ich voll im Lesefieber. Dieses Mal dreht sich alles um Schottland und eine Reise in die Vergangenheit. Ich will ja ehrlich sein, höre ich den Begriff „Highlander“, muss ich sofort an Buchcover mit gut gebauten Männern und vollbusigen (meist leicht bekleideten) Damen denken. Mein zweiter Gedanke ist dann „Und wie lese ich das Buch unauffällig in der Ubahn?!“. Nun, als ich die Bücher von Diana Gabaldon das erste Mal zur Hand nahm, gab es zwei Vorteile: Die Buchcover sahen völlig neutral aus und ich hatte nicht so wirklich eine Idee, worum es in den Büchern ging. Sprich, das Stichwort „Highlander“ sprang mich nicht sofort an.

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Und auch wenn die Bücher an manchen Stellen das eine oder andere Cliché erfüllen, so sind sie doch in erster Linie für mich unterhaltsame historische Romane, wenn auch der Protagonist lt. Autorin durchaus optisch attraktiv ist – was ich ja nicht per se ablehne ;).

Aber nun von vorne: Wir befinden uns im Jahr 1945. Claire macht mit ihrem Mann Frank, ein passionierter Historiker, einen Ausflug, um mehr über historische Personen der Familiengeschichte herauszufinden. So sehr sie die Arbeit ihres Mannes auch schätzt, so ist Claire doch froh, dass ihr Mann sich mit Reverend Wakefield blendend versteht und sich mit diesem über Stammbäume, verschollene Verwandte und andere Besonderheiten austauschen kann. Durch Zufall findet Claire hinaus, dass die Haushälterin, Mrs Graham, wiederum eine Anhängerin alter Riten ist. Um genau zu sein, treffen sich einige Damen des Ortes zu bestimmten Festen an einem Steinkreis, um dort den alten Göttern zu huldigen und in Bettlaken im Kreis zu tanzen. Das wiederum findet Claire spannend und so machen sich Frank und Claire auf den Weg, um die Damen heimlich zu beobachten. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Claire wird auf mysteriöse Weise durch einen Stein gezogen und findet sich auf einmal in einem einsamen Wäldchen wieder.

Als auf einmal Soldaten auftauchen, denkt Claire noch an Komparsen, muss aber feststellen, dass diese ihre Rolle so sehr überzeugend spielen. So überzeugend, dass es den einen oder anderen Verletzten gibt und Claire am Ende bei einer Horde Schotten landet. Und da trifft sie nun Jamie, einen jungen Highlander, verletzt und auf der Rückkehr ihrer Beutetour. Es dauerte noch einige Zeit, bis Claire einsah, dass sie keinem Fernsehdreh beiwohnt, sondern tatsächlich in der Vergangenheit angekommen ist.

Im ersten Band Feuer und Stein dreht es sich um das Kennenlernen von Claire und Jamie und deren erste Zeit als Paar. Mit sämtlichen Missverständnissen, kriegerischen Auseinandersetzungen und komischen Situationen aufgrund der unterschiedlichen Erziehung von Jamie und Claire. Denn Claire ist eine resolute Dame, die sich mitnichten in das damalige Bild einfügen möchte, indem sie ihrem Mann gehorcht und im Zweifel lieber ihre devote Seite zeigt. Ganz im Gegenteil, so manch eine kritische Situation entsteht, weil Claire ganz und gar nicht einsieht, die damaligen Erwartungen an das weibliche Geschlecht zu erfüllen – und Jamie regelmäßig daran verzweifelt.

Wer jetzt Lust auf die Bücher bekommen hat, der hört am besten auf mit dem Lesen, damit nicht zu viele Details verraten werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ok, weiter geht es. Die Geliehene Zeit, der zweite Band, knüpft an den ersten Band an, beginnt jedoch im Hier und Jetzt. Zwei neue Charaktere werden vorgestellt, Brianna, Claires Tochter und der junge Roger MacKenzie, ein Historiker und Stiefsohn des Reverends aus dem ersten Band. Der Reverend und Frank sind inzwischen gestorben und Roger muss den Nachlass seines Stiefvaters sortieren. Claire hat weder ihrer Tochter noch Roger etwas von ihrer Vergangenheit verraten und versucht, unauffällig mehr über die schottischen Kriege und mögliche Überlebende herauszufinden. Roger, froh über jede Ablenkung, unterstützt Claire und so kommen peu à peu Details ans Tageslicht und Claire kommt zum Schluss, dass Jamie nicht im Krieg gestorben ist. Und Claire ist gezwungen, ihrer Tochter reinen Wein einzuschenken über Jamie und die Reise in die Vergangenheit. Dies führt zu einem großen Streit, der fast Mutter und Tochter entzweit. Schließlich entscheidet sich Claire, noch einmal in die Vergangenheit zu reisen und sich auf die Suche nach Jamie zu begeben. Und natürlich ist die Suche erfolgreich, sodass die nächsten Abenteuer mit Jamie sowie Claire beginnen können. Es führt sie nach Frankreich, an den Hof des franzlsischen Königs und zu schrulligen Charakteren und Verwandten.

Im dritten Band, Ferne Ufer, verschlägt es Claire und Jamie in die neuen Kolonien, weil Jamies Neffe entführt wird. Allein schon die Schiffsreise ist das stundenlange Lesen wert und auch in den Plantagen erwarten die beiden erneut spannende Momente und Kämpfe.

Wenn ich es auf der Homepage richtig verstanden habe, dann gibt es seit 2015 neue, ungekürzte Fassungen. Ich muss gestehen, ich weiß überhaupt nicht, ob meine Versionen gekürzt oder ungekürzt sind. Jedenfalls ist die Lesereise mehrere Tausende Seiten lang und macht einfach nur Spaß. Ich habe die Bände ein zweites Mal gelesen und demnächst nehme ich den vierten Band ein zweites Mal in Angriff. Inzwischen gibt es acht Bände und ich freue mich bereits auf die nächsten dicken Schmöker mit Jamie und Claire.

 

 

Literatur: Unterwegs auf den Straßen Londons

Ich liebe ja Krimis, insbesondere Detektivgeschichten, die im historischen London spielen. So bin ich stets auf der Suche nach neuen/alten Krimiserien mit entweder starken Charakteren oder aber besonders einfallsreichen Handlungen.

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Durch Zufall bin ich auf diese Serie gestoßen, weil ich mir den dritten Teil kaufte und am Ende feststellte, dass ich – mal wieder – nicht mit dem ersten Band begonnen hatte. Also begab ich mich auf die Suche nach dem ersten Band. Das war gar nicht so einfach, da beim großen Online-Buchhändler irgendwie nur Sammlerstücke angeboten werden und ich daher weiter in den Tiefen des Internets graben musste. Am Ende wurde ich aber fündig und erwischte ein ziemlich lädiertes Exemplar „Ratcatcher“ von James McGee. Der deutsche Titel lautet „Der Rattenfänger“, also eine sehr nahe Übersetzung.

Protagonist ist Matthew Hawkwood, ein Bow Street Runner, Mitglied der ersten professionellen Polizei-Mannschaft Londons. Ein typischer Einzelgänger, militärische Vergangenheit, mutig, der Damenwelt und einem Kampf nicht abgeneigt (gelegentlich gab es da auch Schnittmengen, also zwischen der Damenwelt und den blutigen Auseinandersetzungen). Hawkwood wird beauftragt, einen Kutschenüberfall aufzuklären, bei dem Insassen getötet und bestohlen wurden. Aus einem zunächst normalen Überfall wird schnell eine Staatsaffaire und Hawkwood kämpft nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch um militärische Verwicklungen und das Leben des englischen Thronfolgers.

Ganz ehrlich, zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer, das passiert mir jedoch öfter bei den ersten Bänden von Serien. Bei diesem Buch lag es meiner Meinung nach an der Einführung des Protagonisten und seines Umfelds. Es wurde recht viel über militärische Ereignisse erzählt und irgendwann war bei mir dann ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr sooo spannend war. Doch glücklicherweise war diese Phase nach einigen Seiten vorbei und die Handlung begann Fahrt aufzunehmen.

Mir gefiel die beschriebene Atmosphäre Londons, die Beziehung zwischen Hawkwood und seinem alten Weggefährten Jargo und auch der Kriminalfall war interessant (wenn jetzt auch nicht außergewöhnlich). Die Frauengeschichte war jetzt nicht sonderlich überraschend, erinnerte mich ein bisschen an Edgar Wallace, da gab es auch stets irgendwelche Affairen mit netten Damen, wenn ich mich richtig erinnere. Doch insgesamt ein runder Krimi. Und da ich bereits den dritten Band kenne, den ich sehr gut fand, kann ich die Serie empfehlen. Folgende Bände gehören zu der Serie:

Der Rattenfänger. („Ratcatcher“)
Die Totensammler. („The resurrectionists“)
Das Höllenschiff. („Rapscallion“)
Rebellion
The Blooding

 

 

 

Literatur: William Monk auf Spurensuche

Diese Woche kommen meine Beiträge etwas außer der Reihe – zeitlich gesehen. Dies liegt daran, dass ich immer noch mit meiner dicken Erkältung kämpfe und irgendwie nicht alles so organisiert bekomme wie üblich. Heute wird es daher ein Beitrag zum Abend hin mit zwei Buchtipps in Sachen historischer Krimi.

Eine Autorin, die ich sehr gerne lese, ist Anne Perry mit ihrer William Monk-Serie. Eine weitere bekannte Serie ist die um den Charakter Inspektor Pitt. Beide Serien spielen im viktorianischen England und haben bestimmte Protagonisten. Bei William Monk ist es das Trio William Monk, ein Privatdetektiv, Rathbone, ein Anwalt, und Hester, eine resolute Krankenschwester.

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Ich mag diese Serie zum einen wegen des Trios und zum anderen wegen deren Beziehungen untereinander. Monk ist ein dominanter, leicht chauvinistischer Mann, der in regelmäßigen Abständen mit Hester in Streit gerät. Denn Hester ist im Gegensatz zum damaligen Frauenbild eine sehr resolute Dame, die ihre Zunge nicht im Zaum hält und dadurch Monk bei fast jedem Treffen provoziert. Es besteht eine Hassliebe zwischen den beiden, denn so sehr sich Monk auch aufregt, so sehr weiß er auch Hesters Eigenschaften wie Loyalität, Verlässlichkeit und Kampfgeist zu schätzen. Rathbone spiegelt ein wenig die gehobene Gesellschaftsschicht wider, die in ihrem Luxus viele Probleme der unteren Schicht nicht kennt, sich aber dennoch auch in aussichtslose Fälle stürzt und auf die Unterstützung von Monk und Hester angewiesen ist.

Zum anderen finde ich die Fälle sehr spannend. Im Mittelpunkt stehen die Kriminalarbeit und auch gesellschaftliche Themen, die selbst heute aktuell sind. Oftmals überraschen mich die Wendungen und Motive in den Büchern und ich freue mich immer auf die Auflösung des Falles. Ihr müsst die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist (zumindest bis zu dem Band, den ich gelesen hatte). Allerdings lese ich die Bücher in der Reihenfolge, weil ich dann gewisse Anspielungen besser verstehe und auch die Entwicklung der Personen mitverfolgen kann.

Noch ganz kurz: Ich lese die Bücher sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, es hängt davon ab, welches ich ergattere. Teilweise empfinde ich das Englisch als ein wenig schwierig, wenn William Monk in den Armenvierteln ermitteln und die Menschen letztendlich so sprechen wie sie hören. Mitunter muss ich mir den Satz dann laut vorlesen oder bewusst „durchdenken“, damit ich den Inhalt völlig verstehe.

So, jetzt habe ich ewig herumgeschrieben und nun komme ich endlich zu den Büchern ;). Heute stelle ich euch die beiden Bücher Cain, his Brother (Sein Bruder Kain) und Weighed in the Balance (Die russische Gräfin) vor.

Beim Buch Cain, His Brother kommt die vornehme Dame Genevieve Stonefield zu William Monk und meldet ihren Mann vermisst und beauftragt Monk, diesen zu suchen. Die Zeit drängt, denn der Vermisste hat ein Geschäft, welches ohne ihn nicht weitergeführt werden kann – die Witwe durfte nicht allein das Geschäft wieder aufnehmen. Der Vermisste hat einen gefürchteten Zwillingsbruder, dessen Namen im Hafenviertel und in den engen Gassen Londons nur hinter vorgehaltenen Hand genannt wird. Zu viele mussten bereits sein Messer spüren. Schnell merkt Monk, dass er sich zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft begeben und den Zwillingsbruder finden muss – womöglich hat dieser seinen eigenen Bruder ermordet.

Im zweiten historischen Krimi Weighed in the Balance (Die Russische Gräfin) kämpft Rathbone auf verlorenem Posten: Eine geheimnisvolle russische Gräfin taucht bei ihm auf und behauptet, dass Prinz Friedrich von seiner Frau ermordet worden sei. Obwohl sämtliche Alarmglocken bei ihm schrillen, nimmt er diesen Fall an – er kann der Gräfin einfach nicht widerstehen. Monk und Hester sind entsetzt (wie auch das restliche London), doch frei nach dem Motto „mitgefangen, mitgehangen“ muss Rahtbone nun im Gericht die Behauptung seiner Gräfin beweisen. Schnell stellt sich heraus, dass es um vielmehr als nur einen Beziehungsstreit geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Landes.

Wer knifflige Kriminalfälle mag, „echte Detektivarbeit“ (also ohne DNA, genetischer Fingerabdruck usw.) und schrullige Charaktere, der kommt hier auf seine (oder natürlich ihre) Kosten. Ich habe mir bereits den nächsten Band der Serie gekauft und werden mir diesen gönnen, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre fertig bin.

 

 

Literatur: Ein dicker Schmöker für herbstliche Abende

Ich liebe ja so richtig dicke Schmöker – und wenn es draußen grau ist, es regnet und so richtig ungemütlich wird, fängt meine Lese-Saison so richtig an. Als großer Fan von historischen Romanen bin ich stets auf der Suche nach neuen Autoren oder Serien, die ich ausprobieren kann. Gerne durchwühle ich dabei die „Resterampen“ in Läden und versuche dabei das eine oder andere Buch zu entdecken.

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Das neueste Buch, das ich beim Stöbern entdeckt habe, ist das Buch „Die Rosenkriege – Sturmvogel“ von Conn Iggulden. Es ist der erste Teil einer Serie über die englischen Rosenkriege zwischen den Lancasters und den Yorks. Auch Rebecca Gablé, eine Autorin, deren Bücher ich förmlich verschlinge, schreibt über die Rosenkriege. Daher war ich gespannt wie ein Flitzebogen, wie denn Conn Iggulden das Thema angeht.

Im Mittelpunkt stehen drei Charaktere: Derry, der Meisterdetektiv des Königs von England (Henry VI und seinem Vorgänger), Margaret von Anjou und Thomas Woodchurch, ein englischer Bogenschütze. Die drei Handlungsstränge beginnen getrennt und im Laufe der Handlung treffen die Charakter aufeinander.

König Henry VI ist für viele eine Enttäuschung: War sein Vater ein berühmter Krieger, von seinen Feinden und auch Verbündeten gefürchtet, wendet sich Henry VI der Kirche zu, ist schwach und wird zu gerne von seinen Vasallen beeinflusst. Unruhen beginnen und Derry befürchtet, dass Frankreich sich gegen England erheben könnte. Was liegt da näher als eine französische Braut? Diese ist auch recht schnell gefunden. Margarets Vater ist in ständiger Geldnot und die Vermählung seiner Tochter mit dem König Englands ist für ihn eine einmalige Chance, nicht nur zu Geld zu kommen, sondern auch in der strengen Adelshierarchie aufzusteigen. Doch das Geschäft hat es in sich: Die Ehe zwischen England und Frankreich gibt es nur gegen die Aufgabe englischer Landstriche in Frankreich – für viele Engländer ein Verrat, der nach Rache schreit. Thomas Woodchurch, ein ehemaliger britischer Bogenschütze, lebt in einem der aufgegebenen Landstriche und schwört sich, sich nicht kampflos zu ergeben und alles aufzugeben, was er mit seinen eigenen Händen aufgebaut hat. Unter John Cade und zusammen mit vielen Tausend Unterstützen verbreiten sie Angst und Schrecken auf ihrem Weg nach England, um für das angetane Unrecht Vergeltung zu üben.

Ich finde nicht nur die Personenauswahl sehr gelungen, sondern auch deren Tiefe. Alle drei Protagonisten sind völlig unterschiedlich, kämpfen mitunter auf gegnerischen Seiten und letztendlich kann ich bei keiner Person sagen, sie sei im Unrecht oder Recht. Es gibt nicht die klassische „gut-böse-Verteilung“. Außerdem finde ich das Thema, also die Rosenkriege, sehr interessant. Vor allem auch, um zu sehen, wie die verschiedenen Autoren mit dem Thema umgehen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann gibt es bei Rebecca Gablé nicht so viele ausführlichen Kampfhandlungen, die mir bei Conn Iggulden sehr gut gefielen. Vom Schreibstil lässt sich der erste Band der Serie super durchlesen, ich hatte keine Längen oder Momente, in denen ich dachte „Nun mach doch mal hin“. Daher kann ich nur eine absolute Leseempfehlung geben und freue mich schon auf den zweiten Teil.

Kurz die Fakten:

Autor: Conn Iggulden

Titel: Die Rosenkriege – Sturmvogel

Verlag: Heyne

Seitenanzahl: 608

Preis: Ca. 10 Euro (im Angebot habe ich 3,50 Euro bezahlt)

Sammelbestellung

Es gibt heute außerdem eine Sammelbestellung um 18h bei mir. Wenn ihr etwas für euch entdeckt habt, dann sendet mir einfach eine Mail an stempelnstanzenstaunen[at]web.de und ich bestelle für euch die Bastel-Utensilien. Details zur Sammelbestellung findet ihr hier (*klick*). Derzeit gibt es auch eine tolle Aktion mit reduzierten Stempelsets (*klick*) – ein Blick auf die Angebote lohnt sich auf jeden Fall.

 

Literatur: Von Schlachten, Kriegern und nordischen Göttern

Uhtred wird als kleiner Junge von den Dänen in einer Schlacht gefangen genommen und wächst als Ziehsohn Ragnars bei den Dänen auf. Er verehrt die alten Götter, hadert regelmäßig mit den Christen und später mit dem frommen König Alfred, in dessen Dienst er unfreiwillig eintritt. Alfred hat ein großes Ziel, nämlich ein großes England zu schaffen und die Wikinger und Dänen zu bekämpfen – bzw. bekämpfen zu lassen. Denn am Ende entscheiden die Krieger an vorderster Front, welches Heer gewinnt. Uhtred ist für König Alfred ein wertvolles Mitglied seines Hofstaates, da Uhtred eine enge Verbindung zu den Dänen hat, ihre Kampfweise beherrscht und mit ihnen kommunizieren kann. Doch genau dieser Umstand ist für Uhtred von Bebbanburg eine große Herausforderung: Er möchte nichts lieber als seine alte Heimatburg zurückerobern und eine gesunde Distanz zum frömmelnden Alfred und seiner Priesterschar. Doch diesen Wunsch zu erfüllen gestaltet sich als schwierig und Uhtred muss viele Schlachten kämpfen, ihm lieb gewonnene Kampfgefährten verlieren und zu so manche Verletzung erdulden, um seinen Traum näher zu kommen.

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Ich habe diese Serie durch Zufall entdeckt und bin inzwischen süchtig. Zum einen finde ich das Thema spannend. Fand ich den Geschichtsunterricht in der Schule – um es einmal wohlwollend zu formulieren – gelegentlich etwas trocken, so kann ich historische Romane stundenlang lesen. In diesen Romanen ist auch die Perspektive gelungen: Uhtred, der im Herzen immer auch Däne ist, beschreibt die Schlachten aus der Sicht des Kriegers und nicht aus der Sicht der Geschichtenschreiber, Priester oder Könige. Außerdem hat er mitunter einen recht trockenen Humor und es macht Spaß, wenn er seiner Abneigung gegenüber Alfred oder der Priesterschar Ausdruck verleiht. Allerdings sieht er Religion, auch seine eigene, eher pragmatisch und lebt nach dem Motto „Leben und leben lassen“ – dies finde ich sehr sympathisch. Natürlich ist Uhtred eine Kunstfigur, dennoch empfinde ich sie als gut gewählt.

Bernard Cornwell selbst wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Er nahm jedoch den Namen Cornwell wieder an, nachdem er die fundamentalistische Familie verlassen hatte. Möglicherweise erklären diese Erfahrungen auch den stets leicht spöttischen, wenn nicht gar kritischen Unterton Cornwells, wenn er von den Priestern, aber auch sehr religiösen Dänen berichtet. Bekannt wurde Cornwell durch die Sharpe-Serie, die ich noch nicht gelesen habe. Aber die Serie steht auf meiner Wunschliste und wird garantiert noch abgearbeitet. Derzeit lese ich parallel noch die Gralserie Cornwells, die ebenfalls sehr vielversprechend beginnt.

Die Uhtred Serie besteht inzwischen aus neun Bänden:

The Saxon Stories / Die Uhtred-Saga

  • The Last Kingdom  (Das letzte Königreich)
  • The Pale Horseman (Der weiße Reiter)
  • The Lords of the North (Die Herren des Nordens)
  • Sword Song (Schwertgesang)
  • The Burning Land (Das brennende Land)
  • Death of Kings (Der sterbende König)
  • The Pagan Lord (Der Heidenfürst)
  • The Empty Throne (Der leere Thron)
  • Warriors of the Storm

Die Bücher sind ein wenig blutiger, das bleibt jedoch bei Wikingern und den brutalen Schlachten nicht aus. Ich kann dennoch diese Serie nur wärmstens den Fans von historischen Romanen empfehlen.

Literatur: Von Kaufleuten, Adligen und Klerikern – Das Salz der Erde

Ich habe ja schon lange einmal eine Alternative zu Rebecca Gablé gesucht und bin mit dem Buch „Das Salz der Erde“ endlich fündig geworden. Es ist wieder ein dicker Schinken, bei dem das Schmökern richtig Spaß macht.

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Im Mittelpunkt steht der junge Kaufmann Michel de Fleury, dessen Vater mit ihm und seinem Bruder aus der Leibeigenschaft in den Ort Varennes flieht. Das Besondere an Varennes: Leibeigene, die ein Jahr in der Stadt gelebt haben, sind frei. So auch schließlich die Familie von Michel. Sie bauen sich mit den Jahren einen kleinen Betrieb auf. Michel wird zur Lehre nach Mailand geschickt, muss jedoch aufgrund des unerwarteten Todes seines Vaters zurückkehren und den Platz als Familienoberhaupt einnehmen. Ein völlig neues Leben beginnt. Michel, ungestüm und ehrgeizig, tritt in die Kaufmannsgilde ein und wird gleich zum Gildenvorsteher gewählt. Doch diese Wahl macht ihm Feinde, viele Feinde. Sein ehemals bester Freund wendet sich ab und verbietet ihm jeglichen Kontakt zu dessen Schwester Isabelle. Es folgen nun Jahre voller Entbehrungen, Fehden, Freundschaften und Emotionen, in denen Michel nicht nur einmal kurz vor dem Ruin steht.

Über 1000 Seiten und ich habe mich nicht auf einer Seite gelangweilt, im Gegenteil, manch eine Nacht war verdammt kurz, weil ich unbedingt noch „eine Seite“ lesen musste. In dem Buch stimmt das Gleichgewicht zwischen der Geschichte um die Gilde und jener um die Liebe zwischen Michel und Isabelle. Außerdem waren die Charaktere nicht zu flach, sondern entwickelten ein Eigenleben und besaßen eine gewisse Tiefe und ihre Eigenheiten. Und ich muss gestehen, dass ich das Leben faszinierend damals finde, vor allem das Kaufmannsleben. Ich bin zwar Kauffrau, aber wenn ich mir meine Tätigkeiten anschaue, haben diese mit dem Kaufmann damals in der Gilde nur noch entfernt etwas zu tun bzw. sind sie so digitalisiert, dass ich mich manchmal mehr als ITler empfinde als als Kauffrau. Spannend war auch das eine oder andere Thema mit der damaligen Kirche, wie zum Beispiel Ehebruch: Der Mann durfte 40 Pfund zahlen und hatte ein paar kaufmännische Probleme, der Frau wurde eine Glatze geschoren, halbnackt wurde sie wie eine Sau durch das Dorf getrieben, war ehrlos und wurde zum Gespött der ganzen Stadt. Allerdings ist Isabelle eine sehr starke  und gebildete Frau und gelegentlich war es sehr amüsant, wie sich sich den damaligen Gepflogenheiten widersetzte.

Zu Beginn des Buches hätte ich mehr ein paar mehr Details zu Michels Leben als Kind im der Stadt Varennes gewünscht. Hier machte mir der Autor einen etwas zu großen Zeitsprung. Da er danach aber im Laufe der Handlung nicht mit Details geizte, war der eher schnelle Einstieg nicht weiter schlimm.

Ein paar Fakten:

Autor: Daniel Wolf

Verlag: Goldmann Verlag

Seiten: 1152

Preis: 9,99

Literatur: Die Nebel von Avalon – ein Wegbegleiter

Heute stelle ich euch ein Buch vor, das mich seit über 15 Jahren begleitet und welches ich bereits das dritte Mal gelesen habe: Die Nebel von Avalon, geschrieben von Marion Zimmer-Bradley. Manche Bücher lese ich mehrmals, weil ich die Hälfte der Handlung vergessen habe. Andere wiederum lese ich mehrmals, weil ich mich für den Inhalt sehr interessiere und stets neue Facetten entdecke – so in diesem Buch.

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Marion Zimmer Bradley ist eine kontroverse Autorin. Ihre Bücher beschäftigen sich stark mit Geschlechterrollen, heidnischen Bräuchen und auch mit Homosexualität.  Sie hat auch den Darkover-Zyklus geschrieben, der ebenfalls in meinen Regalen steht und den ich bereits 2x gelesen habe, ein drittes Mal ist geplant und ich werde diesen garantiert auf meinem Blog vorstellen.

Die Avalon-Saga umfasst mehrere Bände, aber wenn ich ehrlich bin, kommt keiner dieser Bände an Die Nebel von Avalon heran. In dem Werk geht es um die Artus-Sage und um das Wirken der Priesterinnen von Avalon. Letztendlich behandelt die Autorin mehrere Themenkomplexe, die übrigens auch der Grund sind, warum ich das Buch so häufig lese. Mit jedem Lesen entdecke ich ein neues Thema für mich, das mich derzeit interessiert. Es geht um die Artus-Sage, um das Leben des Königs und das der damaligen Völker sowie um die Entstehung von Staaten . Ein weiteres Thema ist die Rolle der Frau in den damaligen Zeiten, eng verbunden ist damit die Ausbreitung des Christentums und den Konflikten, wenn Religionen aufeinander treffen. Die Hauptpersonen, Viviane, Igraine, Morgaine, alle aus dem Geschlecht der Insel von Avalon, gehören dem alten Glauben an, den es in den Augen der Christen zu bekämpfen gilt. Mit den Religionen kommt auch allmähliche Veränderung der Rolle der Frau: Während die  Priesterinnen von Avalon als Frau dem Mann gleichgestellt waren, nicht heiraten mussten und über ihre Sexualität selbst bestimmten, wurde im damaligen Christentum die devote, fromme Frau erwartet – dem Manne untertan und tunlichst darauf bedacht, die Erbsünde wiedergutzumachen. Artus gerät dabei zwischen die Fronten: Seine Mutter war die oberste Priesterin von Avalon, seine Frau hingegen eine fromme Christin, die sich um das Seelenheil Artus‘ sorgt und mit aller Kraft gegen den alten Glauben kämpft. Kämpfte Artus zunächst nur gegen die Sachsen, wächst der Religionskonflikt immer stärker an und fordert schließlich seine Opfer. Dieser Religionskonflikt hat mich dieses Mal dazu bewogen, das Buch noch einmal zu lesen und – wie so oft – habe ich den Eindruck, dass sich die Geschichte wiederholt und die Konflikte auch heute keineswegs neue Konflikte sind, ganz im Gegenteil. Bewegt hat mich auch die Rollenveränderung der Frau und ich bin sehr dankbar, dass ich heute die Rechte habe, die für Frauen vor zwei Generationen noch nicht selbstverständlich waren. In dem Buch kommt auch oftmals die Verbitterung und das Unverständnis beider Seiten zum Ausdruck, die mit dem Weltbild der jeweils anderen Partei hadern und dieses mit aller Macht bekämpfen.

Für wen ist das Buch geeignet? Für Leseratten, die historische Romane mögen. Aber in diesem Werk haben auch esoterische Züge ihren Platz. Allein die Insel Avalon, die abgelegen liegt und nur durch den Nebel zu betreten ist, hat bereits einen starken esoterischen Hauch. Dies muss man mögen. Doch dadurch, dass auch der christliche Glaube ein wichtiges Thema ist, kommt man um das Spirituelle nicht herum. Ich empfinde jedoch auch die Konflikte, die in dem Buch aufgegriffen werden, als spannend: Beide Religionen, die alte Religion und das damalige Christentum, kämpfen um die Vormachtstellung und in beiden Religionen werden Menschen instrumentalisiert und die Selbstverantwortung der Anhänger mitunter stark eingeschränkt.

Ich bin mir sicher, dass ich das Buch auch ein viertes Mal lesen werde, so sehr faszinieren mit die Insel Avalon und die Welt hinter dem Nebel.

Kurz die Fakten:

Verlag:  Fischer Verlag

Autor:  Marion Zimmer Bradley

Seiten: 1118

Preis: Gebraucht ab 1 Euro