Literatur: Unterwegs auf den Straßen Londons

Ich liebe ja Krimis, insbesondere Detektivgeschichten, die im historischen London spielen. So bin ich stets auf der Suche nach neuen/alten Krimiserien mit entweder starken Charakteren oder aber besonders einfallsreichen Handlungen.

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Durch Zufall bin ich auf diese Serie gestoßen, weil ich mir den dritten Teil kaufte und am Ende feststellte, dass ich – mal wieder – nicht mit dem ersten Band begonnen hatte. Also begab ich mich auf die Suche nach dem ersten Band. Das war gar nicht so einfach, da beim großen Online-Buchhändler irgendwie nur Sammlerstücke angeboten werden und ich daher weiter in den Tiefen des Internets graben musste. Am Ende wurde ich aber fündig und erwischte ein ziemlich lädiertes Exemplar „Ratcatcher“ von James McGee. Der deutsche Titel lautet „Der Rattenfänger“, also eine sehr nahe Übersetzung.

Protagonist ist Matthew Hawkwood, ein Bow Street Runner, Mitglied der ersten professionellen Polizei-Mannschaft Londons. Ein typischer Einzelgänger, militärische Vergangenheit, mutig, der Damenwelt und einem Kampf nicht abgeneigt (gelegentlich gab es da auch Schnittmengen, also zwischen der Damenwelt und den blutigen Auseinandersetzungen). Hawkwood wird beauftragt, einen Kutschenüberfall aufzuklären, bei dem Insassen getötet und bestohlen wurden. Aus einem zunächst normalen Überfall wird schnell eine Staatsaffaire und Hawkwood kämpft nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch um militärische Verwicklungen und das Leben des englischen Thronfolgers.

Ganz ehrlich, zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer, das passiert mir jedoch öfter bei den ersten Bänden von Serien. Bei diesem Buch lag es meiner Meinung nach an der Einführung des Protagonisten und seines Umfelds. Es wurde recht viel über militärische Ereignisse erzählt und irgendwann war bei mir dann ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr sooo spannend war. Doch glücklicherweise war diese Phase nach einigen Seiten vorbei und die Handlung begann Fahrt aufzunehmen.

Mir gefiel die beschriebene Atmosphäre Londons, die Beziehung zwischen Hawkwood und seinem alten Weggefährten Jargo und auch der Kriminalfall war interessant (wenn jetzt auch nicht außergewöhnlich). Die Frauengeschichte war jetzt nicht sonderlich überraschend, erinnerte mich ein bisschen an Edgar Wallace, da gab es auch stets irgendwelche Affairen mit netten Damen, wenn ich mich richtig erinnere. Doch insgesamt ein runder Krimi. Und da ich bereits den dritten Band kenne, den ich sehr gut fand, kann ich die Serie empfehlen. Folgende Bände gehören zu der Serie:

Der Rattenfänger. („Ratcatcher“)
Die Totensammler. („The resurrectionists“)
Das Höllenschiff. („Rapscallion“)
Rebellion
The Blooding

 

 

 

Literatur: William Monk auf Spurensuche

Diese Woche kommen meine Beiträge etwas außer der Reihe – zeitlich gesehen. Dies liegt daran, dass ich immer noch mit meiner dicken Erkältung kämpfe und irgendwie nicht alles so organisiert bekomme wie üblich. Heute wird es daher ein Beitrag zum Abend hin mit zwei Buchtipps in Sachen historischer Krimi.

Eine Autorin, die ich sehr gerne lese, ist Anne Perry mit ihrer William Monk-Serie. Eine weitere bekannte Serie ist die um den Charakter Inspektor Pitt. Beide Serien spielen im viktorianischen England und haben bestimmte Protagonisten. Bei William Monk ist es das Trio William Monk, ein Privatdetektiv, Rathbone, ein Anwalt, und Hester, eine resolute Krankenschwester.

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Ich mag diese Serie zum einen wegen des Trios und zum anderen wegen deren Beziehungen untereinander. Monk ist ein dominanter, leicht chauvinistischer Mann, der in regelmäßigen Abständen mit Hester in Streit gerät. Denn Hester ist im Gegensatz zum damaligen Frauenbild eine sehr resolute Dame, die ihre Zunge nicht im Zaum hält und dadurch Monk bei fast jedem Treffen provoziert. Es besteht eine Hassliebe zwischen den beiden, denn so sehr sich Monk auch aufregt, so sehr weiß er auch Hesters Eigenschaften wie Loyalität, Verlässlichkeit und Kampfgeist zu schätzen. Rathbone spiegelt ein wenig die gehobene Gesellschaftsschicht wider, die in ihrem Luxus viele Probleme der unteren Schicht nicht kennt, sich aber dennoch auch in aussichtslose Fälle stürzt und auf die Unterstützung von Monk und Hester angewiesen ist.

Zum anderen finde ich die Fälle sehr spannend. Im Mittelpunkt stehen die Kriminalarbeit und auch gesellschaftliche Themen, die selbst heute aktuell sind. Oftmals überraschen mich die Wendungen und Motive in den Büchern und ich freue mich immer auf die Auflösung des Falles. Ihr müsst die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist (zumindest bis zu dem Band, den ich gelesen hatte). Allerdings lese ich die Bücher in der Reihenfolge, weil ich dann gewisse Anspielungen besser verstehe und auch die Entwicklung der Personen mitverfolgen kann.

Noch ganz kurz: Ich lese die Bücher sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, es hängt davon ab, welches ich ergattere. Teilweise empfinde ich das Englisch als ein wenig schwierig, wenn William Monk in den Armenvierteln ermitteln und die Menschen letztendlich so sprechen wie sie hören. Mitunter muss ich mir den Satz dann laut vorlesen oder bewusst „durchdenken“, damit ich den Inhalt völlig verstehe.

So, jetzt habe ich ewig herumgeschrieben und nun komme ich endlich zu den Büchern ;). Heute stelle ich euch die beiden Bücher Cain, his Brother (Sein Bruder Kain) und Weighed in the Balance (Die russische Gräfin) vor.

Beim Buch Cain, His Brother kommt die vornehme Dame Genevieve Stonefield zu William Monk und meldet ihren Mann vermisst und beauftragt Monk, diesen zu suchen. Die Zeit drängt, denn der Vermisste hat ein Geschäft, welches ohne ihn nicht weitergeführt werden kann – die Witwe durfte nicht allein das Geschäft wieder aufnehmen. Der Vermisste hat einen gefürchteten Zwillingsbruder, dessen Namen im Hafenviertel und in den engen Gassen Londons nur hinter vorgehaltenen Hand genannt wird. Zu viele mussten bereits sein Messer spüren. Schnell merkt Monk, dass er sich zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft begeben und den Zwillingsbruder finden muss – womöglich hat dieser seinen eigenen Bruder ermordet.

Im zweiten historischen Krimi Weighed in the Balance (Die Russische Gräfin) kämpft Rathbone auf verlorenem Posten: Eine geheimnisvolle russische Gräfin taucht bei ihm auf und behauptet, dass Prinz Friedrich von seiner Frau ermordet worden sei. Obwohl sämtliche Alarmglocken bei ihm schrillen, nimmt er diesen Fall an – er kann der Gräfin einfach nicht widerstehen. Monk und Hester sind entsetzt (wie auch das restliche London), doch frei nach dem Motto „mitgefangen, mitgehangen“ muss Rahtbone nun im Gericht die Behauptung seiner Gräfin beweisen. Schnell stellt sich heraus, dass es um vielmehr als nur einen Beziehungsstreit geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Landes.

Wer knifflige Kriminalfälle mag, „echte Detektivarbeit“ (also ohne DNA, genetischer Fingerabdruck usw.) und schrullige Charaktere, der kommt hier auf seine (oder natürlich ihre) Kosten. Ich habe mir bereits den nächsten Band der Serie gekauft und werden mir diesen gönnen, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre fertig bin.

 

 

Literatur: Die Beichtkammer – Eine packende Kurzgeschichte

Ich lese ab und zu sehr gerne Kurzgeschichten, auch bei Krimis. Als ich wieder einmal durch die virtuellen Regale eines großen Onlineshops stöberte, geriet mir dieser Kurz-Thriller zwischen die Finger. Natürlich konnte ich nicht „nein“ sagen und so landete dieser in meinem Warenkorb und wenig später in meinem Regal.

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Den Autor J. P. Conrad kannte ich bisher noch nicht, obwohl er schon die eine oder andere Kurzgeschichte veröffentlicht hat.  Daher war ich gespannt auf dieses dünne Büchlein.

Die Geschichte beginnt mit dem Aufwachen von Tom Wedge in einem düsteren Kellerraum. Er kann sich nicht erinnern, wie er dort hingekommen ist. Mit ihm befinden sich zwei weitere Personen in dem Verließ, ein junges Mädchen und ein älterer Mann. Keiner weiß, warum er eingesperrt wurde. Es herrscht Misstrauen zwischen den Gefangenen, die Emotionen kochen hoch. Doch dann kommen die Botschaften, nämlich die größte Sünde im eigenen Leben zu gestehen.

Dass mehrere Leute in einem Raum gefangen sind, ist nichts Neues. Spätestens seit den Filmen Saw I – ?? ist dies ein doch recht bekanntes Setting. Auch, dass jemand ein dunkles Geheimnis verbirgt, ist für einen Krimi keine Neuerung. Was mich aber überrascht hat, waren die Wendung und schließlich die Auflösung des Falls.  Denn automatisch dachte ich in eine Richtung und wurde auf dem falschen Fuß erwischt. Tatsächlich machte der offensichtliche Titel auch noch in eine andere Richtung Sinn. (Wobei das mit Interpretationen so eine Sache ist, spätestens seit meinem Deutsch-Grundkurs damals weiß ich, wie man da voneinander bei der Auslegung voneinander abweichen kann. Irgendwann meinte mein Deutschlehrer einmal verzweifelt zu mir – als wir zum wiederholten Male anderer Meinung waren – ich käme nie auf „die höhere Ebene“.  Keine Ahnung, ob ich nun zehn Jahre später es auf diese ominöse Ebene geschafft habe… )

Der Schreibstil ist nicht außergewöhnlich, aber mir gefällt die Idee. Daher kann ich mir gut vorstellen, auch eine weitere Kurzgeschichte von J. P. Conrad zu lesen.

Kurz die Fakten

Titel: Die Beichtkammer

Verlag: Perpicx Media

Seiten: 52

Preis: 2,90 Euro

Literatur: The Yard Teil 3 – The Devil’s Workshop

Ich glaube, ich hatte irgendwo einmal erwähnt, dass es für mich nicht unbedingt blutig sein muss. Nun ja, in diesem Buch wird es etwas blutig, auch wenn die Taten an sich gar nicht beschrieben werden – sondern „nur“ die Ergebnisse. Den Rest erledigte dann meine blühende Phantasie. Für alle, die noch den ersten und zweiten Band lesen möchten, dem empfehle ich, diesen Beitrag  später zu lesen, weil ihr ansonsten Details erfahrt, die ihr im ersten Teil ganz zum Schluss entdeckt.

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Wir befinden uns wieder in London, 1890. Noch immer besucht Jack the Ripper die Londoner in ihren Träumen, wandelt als Erinnerung durch die Straßen und verfolgt die Menschen. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht, dass ein Zug in ein Gefängnis gefahren ist und vier Schwerverbrecher fliehen konnten. Unter anderem auch ein alter Bekannter Days, Cinderhouse. (Cinderhouse war der Mörder aus dem ersten Teil, der Kinder gefangen hielt und seinen Opfern den Mund und die Augen zunähte). Days und seinen Kollegen bleiben nur wenige Tage, um die Mörder zu finden und weitere Bluttaten zu verhindern. Es ist ein Katz- und Mausspiel, bei dem die Verbrecher auf ihrer Flucht begleitet werden und sich erneut verschiedene Handlungsstränge abwechseln – bis zum großen Finale. Doch tief im Inneren des Gefängnisses, nur wenigen Menschen bekannt, fristet ein weiterer Mörder sein Dasein: Jack the Ripper. Auch dieser schafft es, zu fliehen und sein blutiges Handwerk ein weiteres Mal aufzunehmen.

Dieses Buch habe ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Am meisten fasziniert hat mich die Interpretation des Jack the Rippers. Es gibt ja zahlreiche Krimis und Filme („From Hell“ z. B. ), die sich mit diesem Charakter beschäftigen. Doch es ist das erste Mal, dass ich  ihn mit einem Charakter treffe, also mehr als seine blutigen Taten, sondern auch seine Persönlichkeit wird beschrieben. Und ja, Alex Grecian hat ihn gut getroffen – so könnte Jack the Ripper gewesen sein. Ein besessener Mann, ein Gott, der seine Opfer von dem tristen Dasein auf der Erde befreit. Ein Wissenschaftler, der den Körper erforscht und mit diesen Experimente betreibt. Und gleichzeitig stellt Grecian auch die Frage nach Gerechtigkeit und Selbstjustiz (zu viele Details möchte ich nicht verraten), die er am Ende des Buches auch beantwortet.

Autor: Alex Grecian

Verlag: Penguin Books Ltd

Seiten: 404

Preis: 9,49

 

Literatur: Mord in New Orleans

Im November habe ich recht viele Krimis gelesen. Endlich kam ich einmal dazu, denn ich habe drei Wochen Urlaub und genieße die Zeit sehr :) Der Krimi ist ein amerikanischer Krimi von einer mir bis dato unbekannten Autorin.

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Krimi:

Joy Castro

Tödlicher Sumpf

Nola ist ein bisschen vorlaut, ehrgeizig,  liebt die Extreme und gönnt sich keine Ruhe. Sie arbeitet in einer Zeitung und möchte endlich die Geschichte schreiben, um groß rauszukommen. Schließlich erhält sie die Gelegenheit und soll über freigelassene Sexualstraftäter berichten. Nicht das, was sie wollte, doch ihr Ehrgeiz ist geweckt. Während ihrer Recherchen verschwindet eine junge Frau und wird kurze Zeit später brutal ermordet aufgefunden. Ihr Mord scheint kein Einzelfall und Nola beginnt sich für diese Tat zu interessieren. Nola trifft für ihre Geschichte auf unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Lebensgeschichten – doch sie haben eines gemeinsam, der Missbrauch kleiner Kinder.

Der Krimi spielt in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina. Die Autorin beschreibt die einzelnen Spielorte sehr detailreich und ich als Leser fühle mich tatsächlich ein bisschen in die amerikanische Stadt versetzt, dies ist ein dicker Pluspunkt des Buches. Außerdem ist auch die Aufbereitung des Themas interessant, nicht zu reißerisch, nicht zu flach (für einen Krimi) und regt tatsächlich ein bisschen zum Nachdenken an.

Als Urlaubslektüre gut zu empfehlen.

Kurz die Fakten:

Verlag: dtv

Autor: Joy Castro

Seitenzahl: 398

Preis: 9,95 Euro

Literatur: The Yard Teil 2 – The Black Country

Inspector Day ermittelt weiter. Den ersten Teil habe ich euch hier (*klick*) vorgestellt. Bereits nach dem Durchlesen des Vorgängers hatte ich ganz ungeduldig auf den zweiten Teil gewartet und wurde nicht enttäuscht. Auch der zweite Band ist sehr zu empfehlen mit einer spannenden Handlung und tollen Atmosphäre.

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Dieses Mal ermittelt Inspector Day nicht in London, sondern in einem kleinen Ort in England. Es ist ein kleines,  von der Industrie gebeuteltes Dorf,  in dem seit kurzem eine Familie vermisst wird. Das Dorf wirkt düster mit seinen Bewohnern und den zerrissenen, sich ständig verändernden Landschaften durch die Kohlebergwerke. Ich fühlte mich ein bisschen wie in dem Film Sleepy Hollow oder bei Edgar Wallace. Es gibt insgesamt zwei Handlungsstränge, die teilweise parallel laufen, sich aber gelegentlich auch kreuzen. Im ersten Strang sucht Day die Familie und schlägt sich mit den schrulligen Dorfbewohnern herum, die gespalten sind, was sie mit dem Fremden anfangen können. Ein Teil der Bewohner steht hinter Day, ein anderer möchte keinen Eindringling im eigenen Dorf herumschnüffeln lassen und behindert die Ermittlungen. Parallel dazu gibt es immer Einblenden eines unbekannten Mörders, bei denen man erst zum Ende des Buches die Verbindungen versteht.

Im ersten Teil der Serie um Inspector Day wurden vor allem die Personen des Yard vorgestellt, in The Black Country stehen für mich die düstere Atmosphäre im Vordergrund, die verschworene Dorfgemeinschaft mit den starken Charakteren und das Mysterium um die verschwundene Familie. Ein starker zweiter Teil, der für Fans historischer Krimis  definitiv eine gute Wahl ist.

Kurz die Fakten

Autor: Alex Grecian

Verlag: Penguin Books Ltd

Seiten: 400

Preis: 9,49

Literatur: Thomas Pitt ermittelt (Anne Perry)

Ich habe ja schon ein bisschen meine Leidenschaft für historische Krimis durchschimmern lassen. Wer bei mir im Wohnzimmer steht, wird definitiv nicht an meinen Krimis vorbeikommen. Ein großer Teil meiner Exemplare spielt im 19. oder 20. Jahrhundert. Das liegt schlichtweg darin, dass ich die klassische Detektivarbeit spannend finde. Dabei muss gar nicht das Blut aus dem Buch fließen, viel interessanter finde ich verworrene Beziehungen und Rätsel, die im Laufe der Handlung gelöst werden – am liebsten mit einem sympathischen oder schrulligen Detektiv.

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Anne Perry hat mehrere Serien geschrieben, eine bekannte Serie von ihr sind die Bücher um Thomas Pitt.  Inzwischen umfasst die Serie zahlreiche Bücher, bei denen es sich lohnt, sie der Reihenfolge nach zu lesen:  Charaktere kehren wieder und es wird mitunter auf vorherige Fälle verwiesen. Ich finde es dann immer ganz praktisch, wenn ich etwas mit den Namen anfangen kann und die Anspielungen verstehe (wobei ich oftmals Namen durcheinander bringe und Namensverzeichnisse sehr schätze…).

Im Mittelpunkt der Bücher stehen Thomas Pitt und Charlotte Pitt. Thomas Pitt ist ein sympathischer Chaot aus der einfachen Schicht, der sich mit viel Geduld, harter Arbeit und ein bisschen Glück durch die verschiedenen Fälle arbeitet. Charlotte Pitt, seine Ehefrau, stammt hingegen aus dem Bürgertum und gerade zu Beginn der Serie werden teilweise mit Humor die Konflikte beschrieben, die die beiden aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft haben. Zur damaligen Seite hatte eine Dame devot und lieb zu sein, Charlotte fiel jedoch eher durch ihre vorlaute Art auf und brachte ihr Umfeld so manches Mal wegen ihrer Direktheit in Verlegenheit. Doch gerade diese Eigenart schätzt Thomas Pitt an ihr und auch ich als Leser musste so manches Mal lachen, wenn sich die Damen betont elegant gegenseitig verbal vor das Schienbein treten.

In dieser Serie mag ich die unterschiedlichen Charaktere und die Geschichten um deren Leben. So werden neben den eigentlichen Kriminalfällen die Geschichten um die Hauptpersonen weitergesponnen und es macht Spaß, auch deren Entwicklung zu verfolgen. Außerdem beschreibt Anne Perry sehr lebendig die damalige Zeit mit ihre Besonderheiten. Und ja, ich gebe es zu, als überzeugte Beim-Friseur-Klatschzeitschriften-Leserin sind für mich die Kriminalfälle um die Highsociety in London in bisschen wie Gala oder Bunte lesen. Aber auch ernstere Themen werden in den Krimis behandelt, die zu der damaligen Zeit mitunter ein Tabu darstellten und von der Gesellschaft schwer geahndet wurden.

Ihr werde bei Anne Perry nicht die großen Gewalt-Orgien wie in manch einem Fitzek-Krimi erleben, stattdessen raffinierte Kriminalfälle, viel Detektivarbeit, individuelle Charaktere mit ihren Spleens und eine passende Portion Humor. Da die Serie inzwischen auch ein bisschen älter ist, gibt es viele der Bücher auf Flohmärkten, sodass man da einiges an Geld sparen kann.