Literatur – Why Mermaids Sing

Ja, jetzt kommt wieder mein Lieblingsgenre, der historische Krimi. Und zwar stelle ich dir den dritten Teil aus der Reihe von C. S. Harris um den Gentleman Sebastian St. Cyr vor. Du findest hier die anderen Beiträge

Teil 1 (*hier*)

Teil 2 (*hier*)

Teilweise enthält mein Beitrag schon Details, die du möglicherweise noch nicht wissen möchtest, wenn du gerade die Reihe liest. Ich versuche, möglichst wenig zu verraten, es wird sich aber nicht ganz vermeiden lassen.

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Sebastian St. Cyr, ein Lord aus gutem Hause, hat zum Leidweisen seines Vaters ein paar Eigenschaften, die so gar nicht zum Lordsein passen: ein starkes Engagement in Mordfällen, den Hang, sich in Lebensgefahr zu begeben und dann auch noch eine berühmte Schauspielerin als Geliebte, die Sebastian heiraten möchte. Eine Kombination, die den Vater regelmäßig zur Weißglut treibt und auch dieses Mal für ordentlich Stress im Hause St. Cyr sorgt.

Eigentlich hatte Sebastian gedacht, mit Mordfällen zu pausieren. Eigentlich. Aber dann werden Söhne aus gutem Hause bestialisch ermordet aufgefunden und die Angst geht um. Doch nicht nur das, Sebastian reizt es außerdem zu sehr, den mächtigen Jarvis – ein Vertrauter des Königs – zu provozieren. Und irgendwie scheint dieser seine Hände im Spiel zu haben, das spürt Sebastian. So beginnt die Detektivarbeit und Sebastian versucht herauszufinden, was die Söhne verbindet. Und tatsächlich, er findet etwas. Es hat etwas mit einem in Seenot geratenen Schiff in der Vergangenheit zu tun. Was hat Schreckliches auf dem Schiff stattgefunden, dass nun die jungen Männer, die damals teilweise noch den Kinderschuhen nicht entwachsen waren, ihr Leben hergeben müssen?

Das Buch war wieder sehr gut, die Mordfälle spannend und die Geschichte um die Charaktere entwickelt sich weiter, was mir auch gut gefällt. So erfahre ich als Leser mehr über das mysteriöse Verschwinden von Sebastians Mutter und auch die Liaison zwischen Sebastian und der jungen Schauspielerin wartet mit so manch einer Überraschung auf. Tatsächlich empfehle ich, die ersten beiden Bände zu lesen, denn sonst entgeht einem einfach einiges, was die Beziehungen zwischen den Charakteren angeht. Zudem gibt es Andeutungen und Reaktionen, die ohne das Wissen über die Vorgeschichte schwer zu verstehen sind.

Ich habe die Agentin von der Autorin angeschrieben und mich mal erkundigt, ob auch deutsche Ausgaben geplant sind. Ich hoffe, dass die Dame antwortet und dass diese Antwort dann auch noch positiv ausfällt. Da fällt mir auf, ich habe noch gar nicht den Titel genannt: Why Mermaids Sing. Mir liegt die gebundene Version vor, aber es gibt auch die Taschenbuchversion.

Literatur: Die Laster der Adligen

Heute stelle ich dir den zweiten Teil aus der Serie um Sebastian St. Cyr vor. Der Krimi spielt im historischen London, ist also ein klassischer Detektivroman. Ich habe inzwischen auch die Rückmeldung erhalten, dass es derzeit keine deutsche Übersetzung gibt, plane aber, einmal beim Verlag anzufragen, ob dies denn geplant sei. Denn ich bin ein wenig überrascht, dass diese Serie noch nicht übersetzt worden ist.

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Wenn du etwas mehr zu den Charakteren als Einleitung lesen möchtest, dann wirst du hier (*klick*) fündig. An der Stelle habe ich über den ersten Teil der Serie geschrieben und bin auch auf die Protagonisten weiter eingegangen. Dann mein obligatorisches Nachdenken, ob es notwendig ist, den ersten Teil zu lesen. Hier schwanke ich ein wenig. Also, der Kriminalfall geht sehr gut ohne Vorwissen, jedoch werden Themen und Konflikte aus dem ersten Band aufgegriffen und weiter entwickelt, sodass ich dieses Mal empfehle, lieber auch den vorherigen Band zu lesen. Sonst geht doch einiges an Details verloren, was auch die Kriminalfälle bereichert.

Eigentlich hatte sich Sebastian St. Cyr geschworen, mit Mordfällen nichts mehr am Hut zu haben. Nicht nur, dass er dabei das eine oder andere Mal sein Leben riskieren musste, so empfand er auch das Schauen in die menschlichen Abgründe als so belastend, dass er dieses nie wieder erleben möchte. Ja, eigentlich. Leider meinte das Schicksal es anders und ehe er sich versah, schlitterte er doch wieder in den nächsten Mordfall: Der Prinzregent, von vielen hinter vorgehaltener Hand „Prinny“ genannt, ist für sein ausschweifendes Leben bekannt. Er interessiert sich eher für die neuesten Klamotten als für Politik, auch hat er eine Neigung, sich Damen auszuwählen und diese nicht selten einzuladen. Doch dieses Mal geht etwas schief, die Dame, die er im Nebenzimmer umarmen wollte, stellt sich als Leiche heraus. Ein Dolch ragt noch aus ihrem Rücken und das Drama ist groß – wird doch nun der Prinzregent eines Mordes verdächtigt. Auch an dieser Stelle könnte Sebastian St. Cyr entspannt bleiben, wenn die verschiedene Dame nicht die Halskette seiner verstorbenen Mutter umgehabt hätte. Und so war der junge Gentleman wieder mitten drin im Mordfall und versucht nicht nur, den Mörder dingfest zu machen – was wieder mit einigen Gefahren einhergeht und mit wichtiger Politik zu tun hat – sondern Sebastian versuch zudem, mehr über seine Vergangenheit und seine Mutter herauszufinden.

Auch der zweite Teil lohnt sich. Der Leser erfährt mehr über Sebastian und seine Familie, sondern auch der Mordfall ist spannend. Ich mag zudem auch die Charaktere, die bereits im ersten Teil vorkamen und nun sich weiterentwickeln und mehr über sich verraten. Das Englisch ist gut zu lesen und die Bücher haben eine angenehme Dicke. Der dritte Teil liegt bereits auf meinem Nachtisch, leider aber in gebundener Form und damit deutlich schwerer als die praktischen Taschenbücher. Doch ich will nicht meckern, ich bin froh, noch ein relativ kostengünstiges Exemplar ergattert zu haben und da ist dann auch die gebundene Version in Ordnung. Denn irgendwie, so ist meine Erfahrung, sind die ersten Teile mancher Serien wirklich schwer zu bekommen bzw. in Preisregionen angesiedelt, wo ich teilweise nur mit den Kopf schütteln kann. Es handelt sich dann um „Sammlerexemplare“ mit „Sammlerpreisen“, die mir dann doch etwas zu teuer sind. Ich kann da gewisse Auktionshäuser nur sehr empfehlen oder auch online Antiquariate, wenn du ebenfalls Sebastian St. Cyr bei seinen Ermittlungen begleiten möchtest.

Literatur: Von Edelleuten mit dunklen Geheimnissen

Auf der Suche nach Nachschub in Sachen historischer Krimi bin ich auf die Serie um Sebastian St Cyr gestoßen. Natürlich hatte ich mir wieder einmal irgendeinen fortgeschrittenen Band gekauft und musste dann erst einmal recherchieren, wie der erste Teil lautet. Denn meine Erfahrung ist, dass ich doch gerne in der richtigen Reihenfolge lese und so alle Anspielungen in den Büchern verstehe, die zwischendurch gemacht werden.

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Also, das Buch gehört zu meinem Lieblingsgenre, dem historischen Krimi in London des 19. Jahrhunderts. Also noch keine technischen Finessen wie heutzutage, sondern die Ermittler sind zu Kutsche unterwegs und ermitteln auf alte Art und Weise. Die Gesellschaft ist gespalten zwischen Bürgertum und Arbeitervolk, oftmals bewegen sich die Ermittler in beiden Welten, was ich besonders spannend finde.

Die Geschichte beginnt mit einem brutalen Mord einer Schauspielerin in einer Kirche. Sie wurde nicht nur getötet, sie wurde praktisch hingerichtet und geschändet. Schnell fällt der Verdacht auf den jungen Aristokraten Sebastian St. Cyr: Ein Sprössling aus gutem Hause, kriegserfahren, jungen Damen und aufregenden Duellen nicht abgeneigt – und zu allem Unglück werden am Tatort auch noch Duellpistolen mit seinen Initialen gefunden. Damit ist der Fall für die Öffentlichkeit gelöst, der junge Aristokrat soll hängen und auch den oberen Politkern passt es gut. Allerdings ist Sebastian anderer Meinung und kann sich seiner Verhaftung entziehen. So beginnt für ihn auf seiner Flucht die Suche nach dem eigentlichen Mörder. Dabei trifft auf Menschen und Orte, die er vorher nicht als edler Gentleman betreten hätte, und eine spannende Jagd auf den eigentlichen Mörder beginnt.

Für mich ist schon einmal wichtig, dass ich gut in ein Buch hereinfinde. Nichts ist schlimmer, als wenn ich mich durch die ersten Seiten quäle und hoffe, dass ich irgendwie noch meinen Lesefluss finde. Dies war bei dem Buch überhaupt kein Problem. Die ersten Szenen sind humorvoll und die Charaktere werden vorgestellt. Und der junge Herr war mir gleich sympathisch. Auch sein „Gegner“, der ermittelnde Chief Magistrate Sir Henry Lovejoy ist ein kritischer Zeitgenosse, der gerne seine eigenen Chefs in Frage stellt und Ermittlungen auf eigene Faust anstellt.

Außerdem ist das Englisch gut zu verstehen, der Schreibstil angenehm, sodass der „äußere Rahmen“ passt. Da muss ich mich bei Anne Perry eher an den Slang gewöhnen und brauche ein paar Momente. Insgesamt mag ich die Protagonisten. Es sind keine außergewöhnlichen Charaktere, es wird auch mit dem einen oder anderen Cliché gespielt, aber die Personen haben dennoch eine gewisse Tiefe. Angenehm finde ich auch, dass es Konflikte zwischen den Charakteren gibt, die (ja, darauf stehe ich) dem damaligen Zeitalter geschuldet sind: Standesdenken, starre Rollenbilder und damit verbunden Erwartungen an die Geschlechter und Positionen. Ich mag es, wenn Individuen aus der Rolle fallen und auch Gegebenes in Frage stellen.

Das Buch What Angels Fear hat eine gute Länge mit 410 Seiten. Ich muss gestehen, dass ich keine deutsche Übersetzung gefunden habe und ich mich daher frage, ob diese (noch) nicht vorliegen. Falls du zufällig die deutschen Titel kennst bzw. mehr Infos weißt, freue ich mich über einen Kommentar (wobei ich mich immer über Kommentare freue :) ).

Und noch ganz kurz in eigener Sache: Derzeit habe ich nur einen „Not-Bastelplatz“, daher komme ich deutlich weniger zum Basteln als sonst und habe auch nicht meine sämtlichen Vorräte auf Lager. Daher wundere dich bitte nicht, wenn es derzeit meistens einen Bastelbeitrag pro Woche gibt und häufiger Bücher auftauchen. Momentan ist mein Alltag etwas weniger planbar, ich versuche aber das Beste draus zu machen, auch in kreativer Hinsicht ;).

Literatur: Der Stumme Schrei & Sammelbestellung heute 18h

Heute gibt es wieder einen Beitrag zum Thema Literatur. Ok, das klingt ein wenig hochtrabend nach Grass, Mann oder anderen berühmten Kollegen. Ich habe mich wieder mit meinem Lieblingsgenre beschäftigt, nämlich dem historischen Krimi im viktorianischen Zeitalter.

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Eine Autorin, die ich dabei sehr gerne lese, ist Anne Perry. Wenn du nach Anne Perry auf meinem Blog suchst, findest du weitere Bücher, über die ich geschrieben habe. Von ihr stehen zwei Serien in meinem Regal, die Serie um Inspector Pitt und um das Trio Privatdetektiv Monk, dem Anwalt Rathbone sowie  der Krankenschwester Hester.  Beide Serien kann ich empfehlen, lese derzeit aber hauptsächlich letztere und stelle dir das Buch The Silent Cry vor.

Eine wichtige Frage bei einer Serie: Muss ich alle Teile vorher gelesen haben? Es kommt drauf an. Die Serie lebt von zwei Dingen, zum einen von der Beziehung zwischen den drei Protagonisten  und zum anderen von den Kriminalfällen und auch deren oftmals ernsten gesellschaftlichen Hintergrund, ohne dass die Autorin mit dem erhobenen Zeigefinger herumwackelt. Für die Beziehung zwischen den Dreien kann ich die Reihenfolge wärmstens empfehlen, weil es Anspielungen und Rückblenden gibt. Für die Kriminalfälle jedoch ist die Reihenfolge nicht wirklich notwendig, wenn aber auch nicht hinderlich. Ein bisschen mehr zu den drei Hauptpersonen habe ich hier (*klick*) geschrieben.

Ein Verbrechen ist geschehen. Im Armenviertel St Giles werden zwei Gentlemen aufgefunden, einer tot, der andere schwer verletzt. Es handelt sich um den ehrenwerten Leighton Duff und seinen Sohn Rhys. Rhys ist nicht nur körperlich schwer verwundet, sondern auch seelisch, so hat er seine Stimme verloren und ist nicht mehr in der Lage, über den Vorfall zu sprechen. Hester, die impulsive Krankenschwester, wird deswegen beauftragt, Rhys zu pflegen und ihn vor zu aufdringlicher Polizei zu schützen. Unabhängig davon  wird Privatdetektiv Monk gebeten, verschiedene Fälle brutal misshandelter und vergewaltigter Frauen in dem besagten Armenviertel aufzuklären. Mit der Zeit stellt sich die Frage, ob die verschiedenen Kriminalfälle zusammenhängen und nicht die Gentlemen ihre Hände bei den Vergewaltigungen im Spiel hatten.

Das Buch hat mich bewegt, dies hätte ich nicht erwartet. Vor allem Wut hatte ich im Bauch. Denn während der Ermittlungen wurde immer wieder deutlich, dass letztendlich die brutalen Vergewaltigungen von der Mehrheit der Bevölkerung nicht als Verbrechen wahrgenommen werden, sondern als verdient, als Strafe für Frauen, als notwendiges Übel. Selbst die Polizei konzentriert sich auf den Mord und erst mit der Zeit spielen auch die Vergewaltigungen eine Rolle (die jedoch niemals in einem Verfahren als Verbrechen akzeptiert werden würden). Da musste ich in der Tat das eine oder andere Mal durchatmen. Es kommt zudem zu spannenden Wendungen und ich selbst bin ein Fan von der klassischen Polizeiarbeit, als es noch keinen genetischen Fingerabdruck gab, sondern auf herkömmliche Weise ermittelt wurde. Außerdem mag ich die Kontraste in den Geschichten zwischen dem Bürgertum und den Arbeitern, weil da Welten und Ansichten aufeinanderprallen.

Die Sprache ist mitunter gewöhnungsbedürftig, da bei den einfachen Leuten auch im Slang geschrieben wird wie „No ’e in’t“ oder „‘E used ter be“.  Doch nach ein paar Seiten habe ich mich dran gewöhnt und natürlich gibt es auch die deutsche Version zum Buch, der Titel lautet Stilles Echo. Wenn du historische Krimis magst, gerne auch spezielle Charaktere, dann kann ich dir das Buch und die Serie um William nur sehr empfehlen.

Literatur: Unterwegs auf den Straßen Londons

Ich liebe ja Krimis, insbesondere Detektivgeschichten, die im historischen London spielen. So bin ich stets auf der Suche nach neuen/alten Krimiserien mit entweder starken Charakteren oder aber besonders einfallsreichen Handlungen.

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Durch Zufall bin ich auf diese Serie gestoßen, weil ich mir den dritten Teil kaufte und am Ende feststellte, dass ich – mal wieder – nicht mit dem ersten Band begonnen hatte. Also begab ich mich auf die Suche nach dem ersten Band. Das war gar nicht so einfach, da beim großen Online-Buchhändler irgendwie nur Sammlerstücke angeboten werden und ich daher weiter in den Tiefen des Internets graben musste. Am Ende wurde ich aber fündig und erwischte ein ziemlich lädiertes Exemplar „Ratcatcher“ von James McGee. Der deutsche Titel lautet „Der Rattenfänger“, also eine sehr nahe Übersetzung.

Protagonist ist Matthew Hawkwood, ein Bow Street Runner, Mitglied der ersten professionellen Polizei-Mannschaft Londons. Ein typischer Einzelgänger, militärische Vergangenheit, mutig, der Damenwelt und einem Kampf nicht abgeneigt (gelegentlich gab es da auch Schnittmengen, also zwischen der Damenwelt und den blutigen Auseinandersetzungen). Hawkwood wird beauftragt, einen Kutschenüberfall aufzuklären, bei dem Insassen getötet und bestohlen wurden. Aus einem zunächst normalen Überfall wird schnell eine Staatsaffaire und Hawkwood kämpft nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch um militärische Verwicklungen und das Leben des englischen Thronfolgers.

Ganz ehrlich, zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer, das passiert mir jedoch öfter bei den ersten Bänden von Serien. Bei diesem Buch lag es meiner Meinung nach an der Einführung des Protagonisten und seines Umfelds. Es wurde recht viel über militärische Ereignisse erzählt und irgendwann war bei mir dann ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr sooo spannend war. Doch glücklicherweise war diese Phase nach einigen Seiten vorbei und die Handlung begann Fahrt aufzunehmen.

Mir gefiel die beschriebene Atmosphäre Londons, die Beziehung zwischen Hawkwood und seinem alten Weggefährten Jargo und auch der Kriminalfall war interessant (wenn jetzt auch nicht außergewöhnlich). Die Frauengeschichte war jetzt nicht sonderlich überraschend, erinnerte mich ein bisschen an Edgar Wallace, da gab es auch stets irgendwelche Affairen mit netten Damen, wenn ich mich richtig erinnere. Doch insgesamt ein runder Krimi. Und da ich bereits den dritten Band kenne, den ich sehr gut fand, kann ich die Serie empfehlen. Folgende Bände gehören zu der Serie:

Der Rattenfänger. („Ratcatcher“)
Die Totensammler. („The resurrectionists“)
Das Höllenschiff. („Rapscallion“)
Rebellion
The Blooding

 

 

 

Literatur: William Monk auf Spurensuche

Diese Woche kommen meine Beiträge etwas außer der Reihe – zeitlich gesehen. Dies liegt daran, dass ich immer noch mit meiner dicken Erkältung kämpfe und irgendwie nicht alles so organisiert bekomme wie üblich. Heute wird es daher ein Beitrag zum Abend hin mit zwei Buchtipps in Sachen historischer Krimi.

Eine Autorin, die ich sehr gerne lese, ist Anne Perry mit ihrer William Monk-Serie. Eine weitere bekannte Serie ist die um den Charakter Inspektor Pitt. Beide Serien spielen im viktorianischen England und haben bestimmte Protagonisten. Bei William Monk ist es das Trio William Monk, ein Privatdetektiv, Rathbone, ein Anwalt, und Hester, eine resolute Krankenschwester.

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Ich mag diese Serie zum einen wegen des Trios und zum anderen wegen deren Beziehungen untereinander. Monk ist ein dominanter, leicht chauvinistischer Mann, der in regelmäßigen Abständen mit Hester in Streit gerät. Denn Hester ist im Gegensatz zum damaligen Frauenbild eine sehr resolute Dame, die ihre Zunge nicht im Zaum hält und dadurch Monk bei fast jedem Treffen provoziert. Es besteht eine Hassliebe zwischen den beiden, denn so sehr sich Monk auch aufregt, so sehr weiß er auch Hesters Eigenschaften wie Loyalität, Verlässlichkeit und Kampfgeist zu schätzen. Rathbone spiegelt ein wenig die gehobene Gesellschaftsschicht wider, die in ihrem Luxus viele Probleme der unteren Schicht nicht kennt, sich aber dennoch auch in aussichtslose Fälle stürzt und auf die Unterstützung von Monk und Hester angewiesen ist.

Zum anderen finde ich die Fälle sehr spannend. Im Mittelpunkt stehen die Kriminalarbeit und auch gesellschaftliche Themen, die selbst heute aktuell sind. Oftmals überraschen mich die Wendungen und Motive in den Büchern und ich freue mich immer auf die Auflösung des Falles. Ihr müsst die Bücher nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist (zumindest bis zu dem Band, den ich gelesen hatte). Allerdings lese ich die Bücher in der Reihenfolge, weil ich dann gewisse Anspielungen besser verstehe und auch die Entwicklung der Personen mitverfolgen kann.

Noch ganz kurz: Ich lese die Bücher sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, es hängt davon ab, welches ich ergattere. Teilweise empfinde ich das Englisch als ein wenig schwierig, wenn William Monk in den Armenvierteln ermitteln und die Menschen letztendlich so sprechen wie sie hören. Mitunter muss ich mir den Satz dann laut vorlesen oder bewusst „durchdenken“, damit ich den Inhalt völlig verstehe.

So, jetzt habe ich ewig herumgeschrieben und nun komme ich endlich zu den Büchern ;). Heute stelle ich euch die beiden Bücher Cain, his Brother (Sein Bruder Kain) und Weighed in the Balance (Die russische Gräfin) vor.

Beim Buch Cain, His Brother kommt die vornehme Dame Genevieve Stonefield zu William Monk und meldet ihren Mann vermisst und beauftragt Monk, diesen zu suchen. Die Zeit drängt, denn der Vermisste hat ein Geschäft, welches ohne ihn nicht weitergeführt werden kann – die Witwe durfte nicht allein das Geschäft wieder aufnehmen. Der Vermisste hat einen gefürchteten Zwillingsbruder, dessen Namen im Hafenviertel und in den engen Gassen Londons nur hinter vorgehaltenen Hand genannt wird. Zu viele mussten bereits sein Messer spüren. Schnell merkt Monk, dass er sich zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft begeben und den Zwillingsbruder finden muss – womöglich hat dieser seinen eigenen Bruder ermordet.

Im zweiten historischen Krimi Weighed in the Balance (Die Russische Gräfin) kämpft Rathbone auf verlorenem Posten: Eine geheimnisvolle russische Gräfin taucht bei ihm auf und behauptet, dass Prinz Friedrich von seiner Frau ermordet worden sei. Obwohl sämtliche Alarmglocken bei ihm schrillen, nimmt er diesen Fall an – er kann der Gräfin einfach nicht widerstehen. Monk und Hester sind entsetzt (wie auch das restliche London), doch frei nach dem Motto „mitgefangen, mitgehangen“ muss Rahtbone nun im Gericht die Behauptung seiner Gräfin beweisen. Schnell stellt sich heraus, dass es um vielmehr als nur einen Beziehungsstreit geht, sondern um die Zukunft eines ganzen Landes.

Wer knifflige Kriminalfälle mag, „echte Detektivarbeit“ (also ohne DNA, genetischer Fingerabdruck usw.) und schrullige Charaktere, der kommt hier auf seine (oder natürlich ihre) Kosten. Ich habe mir bereits den nächsten Band der Serie gekauft und werden mir diesen gönnen, sobald ich mit meiner aktuellen Lektüre fertig bin.

 

 

Literatur: Von Geistern, Musikern und Mördern

Über Weihnachten an der Ostsee habe ich es endlich einmal geschafft, mich ganz viel mit meinen Büchern zu beschäftigen und auf die Jagd nach Mördern begeben. Ich liebe Krimis, sehr gerne auch historische Krimis mit schrulligen oder speziellen Personen. Bevor ich weiter loslege, sollte ich vielleicht auch noch den Buchtitel nennen, über den ich mich gleich ein wenig mehr auslasse ;): The Strings of Murder von Oscar de Muriel.

Ein wenig skeptisch war ich zu Beginn, weil das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist. Aber mir ist der Hauptcharakter gleich so sympathisch gewesen, dass es mir richtig Spaß machte, ihn zu begleiten:

Das Buch beginnt mit der Strafversetzung des jungen, ehrgeizigen, noblen Ian Frey. Er arbeitete vorher beim Scotland Yard in London. Doch seinem Chef wurde gekündigt und der neue Chef räumte dann gleich einmal richtig auf, indem er alles auf die Straße setzte, was auch nur eine gewisse Sympathie für dessen Vorgänger hegte. So eben auch den jungen Frey. Frey hat jedoch Glück im Unglück: Sein Erfolg bei der Aufklärung eines brisanten Falles sorgt dafür, dass er statt auf der Straße überraschend in Schottland landet, um dort mit dem speziellen Detective „Nine Nails“ McGray zusammenzuarbeiten und einen mysteriösen Mord an einem Musiklehrer aufzuklären. Dieser wurde nicht nur bestialisch ermordet, sondern das Dienstmädchen schwört auf Stein und Bein, in dem Musikzimmer mehrere Geigen gehört zu haben. Also genau das Richtige für den abergläubischen McGray. Ja, und dann beginnt die saure-Gurken Zeit für Ian Frey. Das Londoner Großstadtleben gewöhnt, wohnt er nun in einer WG mit McGray und muss sich mit dessen Aberglaube und – in Ians Ohren – grausamen Dialekt auseinandersetzen. Dazu kommt ein unangenehmer Vorgesetzter, der weder von Frey noch McGray sonderlich viel hält. Auf den ersten Mord folgt ein zweiter Mord, wieder ein Musiker. Und zu allem Unglück scheint der Täter auch ein Faible für das Mystische zu haben.

Das Buch lebt definitiv von dem Ermittlerpaar Frey und McGray. Beide sind so voller Gegensätze, dass es regelmäßig zu komischen Situationen kommt, ohne dass es auffällig konstruiert wirkt. Ich musste so manches Mal kichern, wobei vor allem der junge Ermittler Frey für komische Situationen sorgte. Das Englisch ist gut zu verstehen. Und auch den Dialekt von McGray war problemlos zu lesen, da finde ich den Dialekt bei Anne Perry deutlich schwieriger. Da ich sehr gerne Klassik höre, habe ich auch so manch interessantes Detail über Geigenbauer erfahren und auch allgemein Wissenswertes über die klassische Musik gelernt.

Das Buch gibt es derzeit nur auf Englisch, jedoch soll es 2017 übersetzt werden und trägt den Titel Die Schatten von Edinburgh: Ein Fall für Frey & McGray.